MITTELSTAND SIEHT KONJUNKTURWENDE

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Die Finanz- und Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren im deutschen Mittelstand. Gut jedes dritte Unternehmen klagt über schlechte Umsätze und Schwierigkeiten bei der Finanzierung, jedea siebte könnte im Lauf des kommenden Halbjahres in existentielle Schwierigkeiten geraten. Andererseits aber glaubt jeder dritte Mittelständler, dass sich die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte erholt – der Anteil der Konjunkturpessimisten sinkt deutlich von 82 auf 27 Prozent. Dies geht aus dem "Mittelstandsbarometer Sommer 2009" der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervor. Die Studie wird halbjährlich durchgeführt, ihr liegt eine Umfrage unter 700 mittelständischen Unternehmen in Deutschland zugrunde, die im Juli 2009 durchgeführt wurde.Zahl der Optimisten wächst wieder – aber jeder siebte Mittelständler gefährdetDas Schlimmste ist nach Ansicht der Unternehmen überstanden: Der Anteil der Befragten, die eine Verschlechterung der konjunkturellen Lage erwarten, geht im Vergleich zum Januar 2009 stark von 82 auf 27 Prozent zurück. Der Anteil der Optimisten steigt von vier auf 32 Prozent. Damit haben sich erstmals seit Januar 2007 die Konjunkturerwartungen nicht weiter verschlechtert, die Konjunkturoptimisten sind wieder leicht in der Überzahl. Die Mehrheit der Unternehmen ist trotz der schlechten Wirtschaftslage in einer stabilen Verfassung: 88 Prozent bezeichnen ihre Lage als stabil. Vor allem in der Industrie und im Handel sind allerdings überdurchschnittlich viele Unternehmen (jeweils 15 Prozent) nach eigener Aussage aktuell in Schwierigkeiten. Sollte in den kommenden sechs Monaten keine Verbesserung der Wirtschaftslage eintreten, könnten es bei 15 Prozent der Unternehmen zu existentiellen Problemen kommen.Trotzdem: 30 Prozent der  Mittelständler hoffen, eher gestärkt als geschwächt aus der Krise hervorzugehen. Nur 12 Prozent befürchten eine langfristige Schwächung. Weiterer Beschäftigungsrückgang zu erwartenDie Unternehmen planen weiterhin sehr vorsichtig: Zwar wollen 16 Prozent der Unternehmen im kommenden Halbjahr zusätzliche Mitarbeiter einstellen, der Anteil der Unternehmen, die die Zahl der Beschäftigten reduzieren wollen, ist mit 19 Prozent aber etwas höher. Per Saldo ist daher mit einem leichten Rückgang der Beschäftigtenzahl im deutschen Mittelstand zu rechnen, nicht aber mit dem vielfach prognostizierten starken Anstieg der Arbeitslosigkeit.Auch bei den Investitionen wollen die Mittelständler vorerst Zurückhaltung walten lassen: 19 Prozent der Befragten planen, die Investitionsausgaben im kommenden Halbjahr zu erhöhen, 16 Prozent wollen sie reduzieren. Die große Mehrheit– 64 Prozent – hat vor, die Investitionsausgaben auf dem aktuellen,  niedrigen Niveau zu belassen.Finanzierung über Hausbanken wird schwierigerImmer mehr Mittelständler klagen über Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Bankkrediten: 37 Prozent geben an, dass die Finanzierung durch die Hausbank schwieriger geworden sei. Etwa ebenso viele (38 Prozent) sehen sich mit höheren Dokumentations- und Sicherheitsanforderungen von Seiten der Banken konfrontiert. Nur eine Minderheit – 12 Prozent – gibt allerdings an, dass die Kreditzinsen gestiegen seien.