Am 6. Juni hat das Statistische Bundesamt die Ergebnisse des Mikrozensus 2005 vorgestellt, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Europa. Schwerpunkte der Erhebung waren die Familienstrukturen in Deutschland sowie ausgewählte Fragen zur Gesundheitssituation der Bevölkerung. Darüber hinaus wurden erstmals Eckdaten zu Personen mit Migrationshintergrund vorgestellt.
Haushaltsstruktur: Haushalte werden immer kleinerIn den 39,2 Millionen deutschen Haushalten lebten im Jahr 2005 rund 82,7 Millionen Menschen. Damit ist die Zahl der Haushalte seit 1991 um elf Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Haushaltsgröße sank in dieser Zeit von 2,27 auf 2,11 Personen. Dabei war der Durchschnittshaushalt in den alten Bundesländern (ohne Berlin) mit 2,14 Personen deutlich größer als der Durchschnittshaushalt in den neuen Ländern (1,98 Personen).In 29 Prozent der Haushalte lebte mindestens eine Person im Seniorenalter. Kaum noch eine Rolle spielen hingegen Haushalte, in mehr als zwei Generationen zusammenleben. Im Jahr 2005 wohnten in nur einem Prozent der Haushalte Eltern mit Kindern, deren Großeltern sowie in seltenen Fällen den Urgroßeltern zusammen. Zwar waren rund 32 Prozent der Haushalte Mehrgenerationen¬haushalte, diese waren aber fast ausschließlich Zweigenerationenhaushalte. Lebensformen: Erstmals wieder mehr FamilienMehr als die Hälfte der Bevölkerung lebte im Jahr 2005 als Elternteil oder Kind in einer Familie. 28 Prozent der Gesamtbevölkerung lebten ohne Kinder mit einem Partner zusammen, 19 Prozent waren Alleinstehende ohne Kinder.Erstmals stieg der Anteil der in Familie Lebenden gegenüber dem Vorjahr leicht an. Insgesamt gab es in Deutschland in 2005 rund 12,6 Millionen Familien (+ 53.000 bzw. 0,4%). Von ihnen waren 73 Prozent Ehepaare mit Kindern, 21 Prozent Alleinerziehende und sechs Prozent Lebensgemeinschaften mit Kindern. Damit geht der Anteil der Verheirateten seit 1996 kontinuierlich zugunsten der unverheirateten und der allein erziehenden Eltern zurück. In Ostdeutschland ist der Anteil der Lebensgemeinschaften mit Kindern mit 12 Prozent doppelt so hoch wie in Westdeutschland.Besonders in den neuen Bundesländern geht der Trend zur Ein-Kind-Familie: In 52 Prozent aller ostdeutschen Familien lebte im vergangenen Jahr nur ein Kind (Westdeutschland: 39%). Dies stellt gegenüber 1996 einen Anstieg von sechs Prozent dar, während der Wert in den alten Bundesländern nahezu konstant blieb (38%).Gesundheitssituation: Beschwerden nehmen mit dem Alter zu2005 bezeichneten sich 13 Prozent der Bevölkerung als krank (12%) oder unfallverletzt (1%). Mit zunehmendem Alter ist dabei ein Anstieg der gesundheitlichen Beschwerden zu beobachten: Während der Anteil der Kranken und Unfallverletzten bei den 15- bis 39-Jährigen neu Prozent betrug, lag er bei den 40- bis 64-Jährigen bei zwölf und bei den über 65-Jährigen bei 22 Prozent. Migration: Fast ein Fünftel der der Bevölkerung hat einen MigrationshintergrundErstmals wurden im Mikrozensus 2005 Daten zum Migrationshintergrund der Befragten erhoben. Danach leben in Deutschland insgesamt 15,3 Millionen Menschen, die selbst oder deren Eltern oder Großeltern nach Deutschland eingewandert sind. Hierzu zählen in Deutschland geborene Ausländer ebenso wie Spätaussiedler und bereits eingebürgerte Personen ausländischer Herkunft. Menschen mit Migrationshintergrund machen damit fast ein Fünftel (19%) der Bevölkerung aus. Unter ihnen stellen mit acht Millionen Personen die Deutschen mit Migrationshintergrund die größte Gruppe (52%), während ausländische Staatsbürger 7,3 Millionen bzw. 48 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund ausmachen.Methodischer HintergrundDer Mikrozensus ("kleine Volkszählung") ist die amtliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt in Deutschland. Bereits seit 1957 – in den neuen Ländern seit 1991 – liefert er statistische Informationen in tiefer fachlicher und regionaler Gliederung über die Bevölkerungsstruktur, die wirtschaftliche und soziale Lage der Bevölkerung, die Erwerbstätigkeit, Arbeitsuche, Aus- und Weiterbildung, Wohnverhältnisse und Gesundheit.Die dezentrale Statistik wird vom Statistischen Bundesamt vorbereitet und von den Statistischen Landesämtern durchgeführt. Seit 2005 erfolgt die Datenerhebung kontinuierlich über das gesamte Jahr verteilt. Die zugrunde liegende Zufallsstichprobe von einem Prozent der Gesamtbevölkerung umfasst rund 390.000 Haushalte mit rund 830.000 Personen. Aufgrund der Auskunftspflicht ist der Anteil der nicht antwortenden Haushalte mit rund vier Prozent sehr gering. Damit ist der Mikrozensus die größte jährliche Haushaltsbefragung in Europa.Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen des Mikrozensus sind der Broschüre "Leben in Deutschland" des Statistischen Bundesamtes zu entnehmen, die Zugangsberechtigten im Internetangebot des BBU zum Download zur Verfügung steht. mikrozensus_2005 (3,3 MB)
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155DE_mikrozensus_2005
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