Am 22. März hat das Statistische Bundesamt neue Ergebnisse aus dem Mikrozensus 2004 vorgestellt, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Europa. Im Zentrum der Befragung standen wichtige Aspekte des Arbeitslebens. Im Hinblick auf die Entwicklung von Haushalten, Lebensformen und des Erwerbslebens zeigt der Mikrozensus folgende Ergebnisse (Kurzfassung).
Haushalte und Lebensformen der BevölkerungIm März 2004 gab es 39,1 Millionen Haushalte mit rund 82,9 Millionen Haushaltsmitgliedern. Damit ist die Zahl der Privathaushalte seit 1991 um 11 Prozent, die Zahl der Haushaltsmitglieder um 3 Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Haushaltsgröße ging zurück: Im April 1991 lebten durchschnittlich 2,27 Personen in einem Haushalt, im März 2004 nur noch 2,12 Personen.Immer mehr Menschen leben in einer nichtehelichen oder gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft, als allein erziehende Elternteile oder allein in einem Einpersonenhaushalt. Besonders ausgeprägt ist die Entwicklung bei den Lebensgemeinschaften: Seit 1996 hat sich ihre Zahl um 34 Prozent auf rund 2,5 Millionen Lebensgemeinschaften im März 2004 erhöht. Ihr Anteil an allen 21,6 Millionen Paaren in Deutschland ist allerdings unverändert gering: Knapp neun von zehn Paaren sind Ehepaare (89%), nur jedes zehnte Paar ist in eine Lebensgemeinschaft.Obwohl die „neuen“ Lebensformen häufiger werden, leben die meisten minderjährigen Kinder nach wie vor überwiegend bei ihren verheirateten Eltern und mit mindestens einem weiteren Geschwisterkind zusammen (63 Prozent). Dabei zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland: 66 Prozent der westdeutschen Kinder, aber nur 45 Prozent der ostdeutschen Kinder wuchsen im März 2004 in einer „traditionellen Normalfamilie“ mit verheirateten Eltern und mindestens einem weiteren Bruder oder einer weiteren Schwester im Haushalt auf.ErwerbslebenIm Frühjahr 2004 stuften 7,2 Millionen abhängig Beschäftigte in Deutschland ihre Tätigkeit als Teilzeitbeschäftigung ein, 2,4 Millionen bzw. 51 Prozent mehr als im April 1991. Die Teilzeitquote der abhängig Beschäftigten stieg im gleichen Zeitraum um neun Prozentpunkte auf gut 23 Prozent. Zwar vergrößerte sich der Anteil der Männer an den Teilzeitbeschäftigten von acht Prozent im Jahr 1991 auf inzwischen 15 Prozent, dennoch war mit 85 Prozent der Großteil der Teilzeittätigen in abhängiger Beschäftigung weiblich.Erstmals seit 1996 arbeiteten die Männer wieder länger. So stieg die Zahl der normalerweise geleisteten Arbeitsstunden je Woche bei den westdeutschen Männern von durchschnittlich 40,0 Stunden im Mai 2003 auf 40,3 Stunden im März 2004 sowie von durchschnittlich 39,8 auf 40,1 Stunden in den neuen Länder und Berlin-Ost. Dagegen blieb die Arbeitszeit der Frauen in beiden Teilen Deutschlands im Vergleich zum Vorjahr konstant.Im März 2004 nutzten 59 Prozent der Erwerbstätigen an ihrem Arbeitsplatz einen Personal-Computer, im Mai 2000 waren es mit 52 Prozent nur gut die Hälfte. Die Zunahme von Computer arbeit betraf beide Geschlechter und zog sich durch alle Altersgruppen.Zwar waren in Deutschland immerhin 47 Prozent der abhängig Beschäftigten, die Angaben zu ihrer Stellung im Betrieb gemacht hatten, weiblich. Frauen hatten jedoch nur etwa ein Drittel (33%) der gut 4,9 Millionen Führungspositionen inne. Die dazu zählenden 819.000 Positionen mit umfassenden Führungsaufgaben waren noch seltener von Frauen besetzt. Die Frauenquote betrug hier lediglich 21 Prozent.Eine Ergebnisdarstellung des Mikrozensus 2004 finden Sie in dem PDF-Dokument „Leben und Arbeiten in Deutschland“ sowie in einem ausführlichen Tabellenanhang, die im Internetangebot des BBU bereitstehen. Ergebnisdarstellung des Mikrozensus (1,3 MB) Tabellenanhang (3,5 MB)
Downloads
44652_MZ_Broschuere
PDF
162
44656_Tabellenanhang_MZ2004
PDF
162