Das Märkische Viertel in Reinickendorf wird in das Programm Stadtumbau West aufgenommen. Der Stadtumbau soll im Rahmen eines Modellprojektes für energetische Sanierung und integrierte Stadtentwicklung erfolgen. Das hat der Senat am 6. Januar beschlossen.
Der Stadtumbau soll die Zukunftsfähigkeit des Märkischen Viertels sicherstellen und zugleich im Rahmen der energetischen Sanierung der Wohnungsbestände durch die GESOBAU AG einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ziel des Stadtumbaus ist die Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität im Märkischen Viertel sowie die Aufwertung des öffentlichen Raums einschließlich der sozialen Infrastruktur im Rahmen einer integrierten Stadtteilentwicklung. Die ganzheitliche Vorgehensweise bei der Umsetzung dieser Ziele berücksichtigt auch die Aspekte Beschäftigungswirksamkeit und Sozialverträglichkeit.Senatorin Junge-Reyer: "Vierzig Jahre nach Entstehung des Märkischen Viertels besteht für dieses Gebiet ein Bedarf an Erneuerung, dem wir mit der Aufnahme in das Programm Stadtumbau West begegnen. In dieser ersten Neubau-Siedlung des ehemaligen West-Berlins wurden eine für damalige Zeiten zukunftsweisende Architektur und Infrastruktur verwirklicht. Daran werden wir bei der Modernisierung des Viertels gemeinsam mit der GESOBAU AG anknüpfen. Heute heißen die Herausforderungen: effizienter Einsatz von Ressourcen, demografischer Wandel und sozialer Ausgleich."Dem Beschluss des Senats liegt ein städtebauliches Entwicklungskonzept für das Märkische Viertel zugrunde, das Stadtumbaumaßnahmen in folgenden räumlichen und sachlichen Schwerpunktbereichen vorsieht: Belebung des Zentrums am Wilhelmsruher Damm, Aufwertung des Stadtteilparks und die parkseitige Öffnung der Bildungs- und Jugendeinrichtungen rund um das Mittelfeldbecken, Qualifizierung des Sportforums am Heinzegraben, Aufwertung des Landschaftsraums, der das Märkische Viertel gliedert, stadtteilübergreifende Maßnahmen, z. B. Kapazitätsanpassungen im Bereich der sozialen Infrastruktur und energetische Sanierung von Gebäuden.Die im Märkischen Viertel lebenden Bürgerinnen und Bürger, die dort tätigen Einrichtungen aus den Bereichen Schule, Bildung, Soziales und Sport sowie die Wohnungsunternehmen werden intensiv in den Planungs- und Umsetzungsprozess einbezogen. Am 1. Oktober 2008 fand eine erste Stadtteilkonferenz zum Märkischen Viertel statt, an der viele Interessierte teilnahmen. In der Zeit 24. Oktober bis 24. November 2008 konnten die Einrichtungen und Wohnungsunternehmen sowie die Träger öffentlicher Belange im Rahmen eines förmlichen Beteiligungsverfahrens ihre Vorstellungen zum städtebaulichen Entwicklungskonzept in den Planungsprozess einbringen. Ende Februar 2009 wird das städtebauliche Entwicklungskonzept im Rahmen einer vierwöchigen Ausstellung vor Ort und einer zweiten Stadtteilkonferenz erläutert sowie öffentlich zur Diskussion gestellt.Das Programm Stadtumbau West ist seit 2007 Bestandteil der "Zukunftsinitiative Stadtteil (ZIS)". Die ZIS bündelt im Land Berlin die Programme der Städtebauförderung und ist in die Berliner Gesamtstrategie für den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) für mehr Wachstum, Beschäftigung, sozialen Zusammenhalt und Umweltschutz eingebunden. In Großsiedlungsbereichen liegt der Schwerpunkt des Stadtumbau-Programms auf der Anpassung der Siedlung an die Anforderungen des demografischen Wandels.