Lübbenau – Zwischen 2002 und Ende 2007 ist der Leerstand in Lübbenau von 19,6 auf 11,2 Prozent zurückgegangen. "Das zeigt, wie erfolgreich das Stadtumbau Ost-Programm ist", so Ludwig Burkardt, Vorstandsmitglied beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) anlässlich seines heutigen Besuchs in der Spreewaldstadt. Aktuelle Bevölkerungsprognosen machten jedoch deutlich, dass beim Stadtumbau erst der halbe Weg zurückgelegt sei.
In Lübbenau sei der Leerstand bei den dortigen BBU-Mitgliedsunternehmen von knapp 1.500 Wohnungen 2002 auf zuletzt 783 Wohnungen 2007 gesunken. Im gleichen Zeitraum seien 873 Wohnungen abgerissen worden. "Ohne die Abrisse würde der Leerstand heute bei rund 22 Prozent liegen", unterstrich Burkardt. Die BBU-Mitgliedsunternehmen trügen die Hauptlast des Stadtumbaus. Gleichzeitig hätten sie seit 1992 mehr als 172 Millionen Euro in ihre Bestände investiert. Nach aktuellen Bevölkerungsprognosen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg werden 2030 rund 28 Prozent weniger Menschen in Lübbenau wohnen als 2006. "Das sind nochmals fast 5.000 Menschen weniger als heute. Dann dürften weitere 2.300 Wohnungen nicht mehr benötigt werden", so Burkardt: "Das Stadtumbau Ost-Programm muss deshalb unbedingt über 2009 hinaus fortgesetzt werden. Bei dieser Frage steht die Zukunftsfähigkeit der brandenburgischen Städte auf dem Spiel." Im ganzen Land Brandenburg liege der Leerstand bei 11,1 Prozent, nach 11,9 Prozent im Vorjahr. Im äußeren Entwicklungsraum des Landes ist er mit 13,8 Prozent deutlich höher als im engeren Verflechtungsraum mit 5,0 Prozent. In etlichen Städten würden nach wie vor Leerstände von über 20 Prozent verzeichnet. Anschlussregelung zur Altschuldenhilfe gefordertFür die Fortführung des Stadtumbau Ost-Programms nach 2009 betonte Burkardt die Bedeutung einer Anschlussregelung zur Altschuldenhilfe. Über die Altschuldenhilfe können Wohnungsunternehmen unter bestimmten Voraussetzungen eine Teilentlastung von ihren sog. Altschulden erhalten. "Ohne diese Entlastung ist es ihnen nicht möglich, sich am Stadtumbau zu beteiligen. Der Stadtumbau käme dann zum Stillstand", warnte Burkardt. Die Wohnungsunternehmen könnten aus betriebswirtschaftlichen Gründen keine mit Schulden belasteten Wohnungen abreißen. Wichtig sei auch eine Regelung der Neuschuldenfrage: "Aufgrund der dramatischen Bevölkerungsentwicklung werden in Zukunft vermehrt auch Wohnungen vom Markt genommen werden müssen, die mit Neukrediten belastet sind. Hierfür muss eine tragfähige Lösung gefunden werden", unterstrich Burkardt. Unter dem Dach des BBU sind 365 Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften der Länder Berlin und Brandenburg vereint. Die BBU-Mitgliedsunternehmen bewirtschaften gut 1,1 Millionen Wohnungen. Das sind über 40 Prozent aller Mietwohnungen in Berlin und fast 50 Prozent der Mietwohnungen im Land Brandenburg.