Kommentar von Dr. Wolfgang Schönfelder
Diesen Satz pflegte meine Oma in die Gesprächsrunde zu werfen, wenn sie mit ihrer über 70-jährigen Lebenserfahrung aus erstem Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise, zweiten Weltkrieg und DDR-Zeiten Zustände beschreiben wollte, die ihr chaotisch vorkamen.Leider ist sie nicht mehr auf dieser Welt, aber sie hätte diesen Satz garantiert gesagt, wenn ich ihr dieser Tage aus der Zeitung vorgelesen hätte.Allerorts begegnet einem das hektische Treiben von Egomanen und Profilneurotikern. Abseits jeglicher Realitäten, weit weg von den Problemen derer, die diese Damen und Herren gewählt haben. Sandkastenspiele werden betrieben, um Ministeriumszuschnitte wird sich hinter den Kulissen gebalgt, dann will der eine nur noch zu Hause spielen, der andere nur noch mitspielen, wenn sein Spielzeug alle gut finden. So etwas kennt man als erprobter Vater eigentlich nur aus dem Kindergarten. Sogar über Neuwahlen wird orakelt, die mal eben schlappe 50 Mio. Euro kosten würden. Dazu durften wir ja vor Jahren schon lernen: Peanuts. Die gleichen Leute schwadronieren über Hartz IV-Missbrauch und vergessen dabei, dass sie das Gesetz gemacht und sich die Welt dabei schön gerechnet haben. Und auch das hatten wir doch schon einmal, dass die Sonne notfalls im Westen aufgehen muss, wenn es so gebraucht wird.Was lernen wir aus dem „Big Brother“ der großen Politik?Die Tatsache, dass sich Führungseliten nur noch mit sich selbst beschäftigen, ist an keine Gesellschaftsform gebunden.Unsere Arbeit, die Interessen unserer Mitglieder zu wahren, die Existenz der Städte und damit unserer beiden Bundesländer mit zu sichern, also für Sachpolitik beratend zur Verfügung zu stehen, wird noch schwieriger werden.Wir werden uns wappnen müssen für alle denkbaren Varianten zukünftigen Handelns. Dazu gehört auch die Einbeziehung nicht rationaler, nicht von Sachpolitik, sondern nur noch von Sparzwängen diktierter Entscheidungen.In diesem Sinne, es gibt viel zu tun, packen wir es an.