Im Gegensatz zur Bundesagentur für Arbeit, die Ende Oktober positive Zahlen zu verkünden hatte, fällt die aktuelle Hartz IV-Bilanz des Leiters der zuständigen Behörde im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree weit weniger positiv aus. Zwar könne der Kreis in diesem Jahr auf bisher mehr als 4.000 Teilnehmer in den diversen Beschäftigungsprogrammen verweisen, berichtete Behördenleiter Rolf Lindemann kürzlich gegenüber der Märkischen Oderzeitung. Die Ausbeute bei dauerhaften Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt sei aber längst nicht befriedigend.
Er sehe jeden Tag die Grenzen seiner Behörde, so die Zeitung weiter. Man sei an den Start gegangen mit peppigen Instrumenten, den gewünschten Effekt hätten sie jedoch nicht gebracht, so das bemerkenswerte Eingeständnis Lindemanns. "Es gibt in der Region keinen Arbeitsmarkt. Die konjunkturellen Aussichten sind schwierig. Damit tritt das Ziel, Arbeitsplätze zu vermitteln in den Hintergrund zu Gunsten weiterer Ziele der Reform."Es ginge nunmehr vorrangig darum, die Betroffenen zu befähigen überhaupt wieder kontinuierlich einer Beschäftigung nachzugehen, in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen und sich gebraucht zu fühlen.Das sind im Wesentlichen Erkenntnisse, die der BBU voraus gesagt hat. Umso mehr ist es wichtig, diese Erkenntnisse vernetzt zu nutzen und sich bei den Kosten der Unterkunft an den Realitäten, und nicht an Wunschträumen zu orientieren.