KONJUNKTURBAROMETER: BEFÜRCHTETER KONJUNKTURELLER ABSTURZ VERTAGT?

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Nach der kleinen konjunkturellen Delle im zweiten Quartal 2011 hat die gesamtwirtschaftliche Aktivität in der ostdeutschen Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen. Dennoch wird weiterhin mit einem Abschwung gerechnet. Das geht aus dem neuesten Konjunkturbarometer des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hervor. Treibende Kraft war das verarbeitende Gewerbe, das die vorübergehende Schwäche im Vorleistungsgüterbereich überwunden hat und von der kräftigen Inlandsnachfrage in Deutschland profitiert. Das Bruttoinlandsprodukt stieg gegenüber dem schwachen zweiten Quartal kalender- und saisonbereinigt um 0,6 Prozent und damit etwas stärker als in Deutschland insgesamt (0,4 %). Das Produktionsniveau vor der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise wurde von der ostdeutschen Wirtschaft wieder erreicht. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum beläuft sich der Zuwachs auf 1,1Prozent, kumuliert über die abgelaufenen drei Quartale auf rund 2,3 Prozent.Ausschlaggebend für die Kräftigung der Industriekonjunktur waren die Zuwächse im weitaus größten Segment, der Produktion von Vorleistungsgütern. Zudem steigerten die Hersteller von industriellen Investitionsgütern ihr Umsatzplus auf dem deutschen Markt deutlich. Lediglich die Konsumgüterproduzenten mussten Umsatzrückgänge hinnehmen. Sie hatten bereits im ersten Halbjahr auf die erhöhte Nachfrage in der Vorweihnachtszeit hingearbeitet. Das Baugewerbe kehrt wohl nach dem Auslaufen der witterungsbedingten Sondereffekte im vergangenen Winterhalbjahr und der Konjunkturpakete allmählich auf seinen Normalpfad in einer von sinkenden Einwohnerzahlen und einer alternden Bevölkerung gekennzeichneten Wirtschaft zurück. Im dritten Quartal ist die Bauproduktion geringfügig gesunken. Handel und Verkehr wurden von der anziehenden Konjunktur begünstigt.Steht eine Abkühlung bevor? Für das letzte Vierteljahr 2011 deuten die vorlaufenden Indikatoren nach ersten Schätzungen des IWH auf eine Abkühlung der gesamtwirtschaftlichen Dynamik hin. Die Auftragseingänge in der Industrie waren das zweite Quartal in Folge rückläufig, die Auftragsbestände sind abgeschmolzen, wenn sie auch noch hinreichend groß sind. Die vom IWH regelmäßig befragten Industrieunternehmen haben im November eine leichte Verbesserung der Geschäftslage gemeldet. Gleichwohl befinden sich die Erwartungen seit längerer Zeit im Abschwung. Das Baugewerbe spürt bislang kaum negative Folgen von der europäischen Schulden und Finanzkrise. Das günstige Investitionsklima, die von der europäischen Schuldenkrise ausgehenden allgemeinen Unsicherheiten und die drohende Inflation regen den Erwerb von Immobilien und private Bauaktivitäten an. So sind die Auftragseingänge wieder aufwärtsgerichtet. Die Bauumfragen des IWH signalisieren eine Stabilisierung der Geschäfte im Schlussquartal. Alles in allem dürfte das ostdeutsche Bruttoinlandsprodukt geringfügig zunehmen.

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