KONJUNKTUR: LAGE WEITER SCHLECHT

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Nach einer Analyse des Bundeswirtschaftsministeriums befindet sich die deutsche Wirtschaft weiterhin im Sog des weltweiten Abschwungs. Das Bruttoinlandsprodukt sank im vierten Quartal 2008 um 2,1 Prozent. "Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die Abwärtsbewegung im ersten Quartal 2009 eher noch etwas verschärft hat", heißt es in einer Mitteilung vom 17. April. Zwar gebe es erste Hoffnungszeichen für eine Verbesserung der Situation. Das weltweite Umfeld habe sich zuletzt aber weiter verschlechtert. Die internationalen Organisationen hätten ihre Prognosen für Welthandel und Weltwirtschaft weiter nach unten korrigiert. Entsprechend seien die deutschen Exporte nach den bisher vorliegenden Angaben im ersten Quartal 2009 eingebrochen. Die rückläufige Exportentwicklung belaste auch die Binnenwirtschaft, hier insbesondere die Investitionstätigkeit der Unternehmen. Vor allem die Industrieproduktion werde vor diesem Hintergrund weiter stark zurückgefahren. Arbeitsmarkt im künstlichen KomaAber auch einige Dienstleistungsbereiche seien mittlerweile von der Abwärtsbewegung erfasst. Zunehmend würden die Folgen des Konjunkturabschwunges am Arbeitsmarkt sichtbar. Die kräftige Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld mildere die negativen Folgen zwar derzeit noch ab. Gleichzeitig fiel aber auch die sonst im März einsetzende Frühjahrsbelebung aus. In saisonbereinigter Rechnung stieg die Arbeitslosigkeit im März sogar deutlich um 69.000 Personen an. Insgesamt waren 3, 6 Millionen Personen ohne Arbeit. Erstmals wurde damit auch der Vorjahresstand wieder um 78.000 Personen überschritten. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 8,6 Prozent. Kaum Anzeichen für kurzfristige Besserung"Belastbare Anzeichen einer Stabilisierung der weltwirtschaftlichen Abwärtsbewegung gibt es noch nicht. Dementsprechend bleiben auch die Perspektiven zunächst äußerst gedrückt", heißt es in dem Bericht des Ministeriums. Zudem bestünden Risiken aus den Finanzmarktverwerfungen fort. Allerdings seien von der weltweit stark expansiven Geldpolitik positive Impulse zu erwarten. Die deutschen Konjunkturpakete dürften den privaten Konsum, im weiteren Jahresverlauf auch den Bau stützen. Hinzu komme eine anhaltende Entspannung bei den Preisen. Auch bei den Geschäftserwartungen der Unternehmen gab es erste Signale einer weniger negativen Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung im späteren Jahresverlauf. Industrie stark betroffenAm deutlichsten mache sich die weltwirtschaftliche Abwärtsentwicklung im Produzierenden Gewerbe bemerkbar. Die Erzeugung ging hier im Februar weiter um 2,9 Prozent zurück, nach 6,1 Prozent im Januar. Der Vorjahresstand wurde im Januar/Februar arbeitstäglich bereinigt sogar um 20,8 Prozent unterschritten. Die Erzeugung im Bauhauptgewerbe entwickelte sich demgegenüber noch recht stabil. Sie erhöhte sich im Februar wieder saisonbereinigt um rund zwei Prozent, nachdem sie im Monat zuvor noch kräftig abgenommen hatte (- 7,5 %). Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich war ein Anstieg um 1,2 Prozent zu verzeichnen. Die Vorjahresniveaus wurden allerdings auch hier deutlich unterschritten. Aus der gegenwärtigen Entwicklung der Auftragslage sei absehbar, dass sich die Produktion in den kommenden Monaten weiter abschwächen werde. So gingen die Auftragseingänge in der Industrie im Februar weiter um 3,5 Prozent zurück. Im Dreimonatsvergleich zeigten die Industrieaufträge kräftig nach unten (- 18,6 %). Im Baugewerbe stiegen die Neuaufträge im Januar zwar wieder um 3,8 Prozent an, die Tendenz blieb aber auch hier im negativen Bereich (Dreimonatsvergleich: - 4,7 %). Inflation weiter rückläufigDas Preisklima habe sich auf allen Preisstufen weiter beruhigt. Auf der Verbraucherstufe sank die Jahresteuerungsrate mit 0,5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Maßgeblich hierfür sei nach wie vor die Entwicklung der Energiepreise. Diese Entwicklung werde auch in den kommenden Monaten anhalten, erwartet das Bundeswirtschaftsministerium.