KOMMENTAR: WARUM MEHRERE SOLISTEN NICHT AUTOMATISCH EIN GUTES ORCHESTER ERGEBEN

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In der Diskussion um die weitere Ausgestaltung des Stadtumbau Ost Programms werden in letzter Zeit verstärkt Ansätze folgender Art publiziert: Altbaubestände dürfen nicht mehr abgerissen werden, damit wird das Innenstadtbild zerstört, Stadtumbau müsse immer von außen nach innen erfolgen, der Abriss müsse sich ausschließlich auf DDR-Plattenbauten konzentrieren, Abriss nicht mehr benötigter Bestände sei das falsche Mittel, der Rückbau auf zwei- oder drei Geschosse sei attraktiver und preiswerter, Plattenbauten sollten nicht abgerissen, sondern zurück gebaut und die zurück gebauten Platten wieder verwendet werden.Bei all diesen Vorschlägen wird allzu häufig der Eindruck erweckt, die jeweilige Idee sei die allein sichere, selig machende Lösung, man müsse sie nur endlich und konsequent verfolgen. Die Erfahrungen der erfolgreichen Kommunen mit ihren Trägern des Stadtumbaus im Land Brandenburg sind dagegen Folgende: Es gibt kein einheitliches Rezept, kein einheitliches Konzept, Muster oder Modell zum Nachahmen für einen erfolgreichen Stadtumbau. Städte mit historischen Stadtkernen, Doppelstädte, sozialistische Entwicklungsstädte, sie alle verlangen ein unterschiedliches Herangehen. Allen gemeinsam ist: Eine gründliche und ehrliche Analyse ist der erste Meilenstein zum Erfolg und alle beteiligten Partner und Betroffene müssen ins Orchester geholt werden und mitspielen. Erfolgreicher Stadtumbau ist immer die schwierige Suche nach Kompromissen aus städtebaulicher, wohnungspolitischer, betriebswirtschaftlicher und sozialer Sicht. Dabei führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, umbauen, abreißen, gestalten kann letztendlich nur der Eigentümer mit seinen Partnern (Energieversorger, Geschäftsbanken) und dies muss im Ganzen betriebswirtschaftlich darstellbar sein. Erfolgreichen Stadtumbau gibt es immer dort, wo die Akteure zuverlässig wissen, was der Bürger, der Kunde heute und in Zukunft möchte und was er sich heute und in Zukunft für den Bereich Wohnen und wohnungsnahe Dienstleistungen finanziell leisten kann oder will.Daraus wird sichtbar, nicht eine Idee, eine Lösung, ein Solist ist richtig. Ein gutes Konzert werden wir nur hören und sehen, wenn die Solisten in das gesamte Orchester eingebunden werden, die Einsätze gut organisiert und geprobt, die Interpretation des zu spielenden Werkes dem Saal und dem Publikum angepasst sind und alle Orchester-Mitglieder kontinuierlich miteinander proben.Es geht also nicht um Stadt gegen Umland, Innenstadt gegen Reststadt, Altbau gegen Neubau, Abriss gegen Rückbau. Erfolgreich und das gilt auch für die Zukunft, wird nur eine Strategie sein, die die realen Ausgangsbedingungen aufnimmt, alle Instrumente koppelt, die sich sinnvoll einsetzen lassen und eine Vision von ihrer Stadt der Zukunft entwickelt und schrittweise kontinuierlich und beharrlich umsetzt.