"Klosterblick zieht alle an "

PDF
Vor ihrer Sanierung waren die fünf Einzelhäuser in einem desolaten Zustand gewesen. Um die Denkmäler vor dem endgültigen Verfall zu retten, hatte sie das kommunale Wohnungsunternehmen von ihrem privaten Besitzer erworben. Es sei nicht einfach gewesen, deren Geschäftsführerin Gabriele Schuster von dem Vorhaben zu überzeugen, erläuterte die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke der Zeitung. Hätte man die Blockrandbebauung nicht realisieren können, wäre die gesamte Häuserzeile wohl nach und nach eingestürzt und für die historische Innenstadt verloren gewesen. "Es ist gut, wenn Kommunen leistungsstarke Wohnungsbaugesellschaften haben. Das setzt starke Signale für die Stadtentwicklung", sagte sie.

Historische Fassaden in neuem Glanz

Das mit seinem Seitenflügel die östliche Quartierecke bildende Haus Hamburger Str. 43 wurde um 1840 in Fachwerkbauweise errichtet. Nur wenig später entstand das Gebäude Johann-Sebastian-Bach-Str. 1 in Massivbauweise mit Drempelgeschoss. Dem schlossen sich etwa eine Generation später die Häuser Johann-Sebastian-Bach-Str. 3 und 5 an, die zu DDR-Zeiten durch Aufstockung und Änderung der Fensteröffnungen "rekonstruiert" wurden. Vervollständigt wurde das Ensemble auf der Westseite durch das denkmalgeschützte spätbarocke Haus Johann-Sebastian-Bach-Str. 7. Während das Barock- und das Fachwerkgebäude im Wesentlichen wieder ihre bauzeitliche Fassung erhielten, erfolgte bei den Häusern Nr. 1 und 3 eine weitgehende Adaption der historischen Fassaden. Die Nr. 5 war im Bestand nicht zu halten und musste mit einer zeitgemäßen Fassadengestaltung neu errichtet werden.

Moderner, barrierefreier Wohnraum im Denkmal

Auf der Gesamtfläche von 947 Quadratmetern sind 18 moderne Wohnungen entstanden. Elf von ihnen sind  barrierefreien gestaltet, darunter vier rollstuhlgerecht. Die ersten zwölf Wohnungen können bereits ab dem 1. März von ihren neuen Mietern bezogen werden, die übrigen sollen dann zum 1. April übergeben werden. Obwohl die ersten Bewerbungen bereits eingegangen waren, als die Förderanträge für die Sanierung frisch unterschrieben waren, hat das kommunale Unternehmen bislang noch keine Wohnung fest vergeben. Das ist Geschäftsführerin Gabriele Schuster wichtig: "Wir wollen bei der Vergabe die Bedürftigkeit der Bewerber berücksichtigen", sagte sie der Zeitung.

Insgesamt beliefen sich die Baukosten für das historische Ensemble auf 2,45 Millionen Euro, die aus Förderdarlehen der ILB, von der KfW, mit Zuschüssen aus der Brandenburgischen Aufzugs-Richtlinie und mit Städtebaufördermitteln finanziert wurden. 500.000 Euro hat die Wohnungsbaugesellschaft als Eigenanteil aufgebracht.

Ansprechpersonen

 Kerstin Braun
Kerstin
Braun
Mitarbeiterin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T +49 (30) 89781 - 122