Jahrestagung des Kompetenzzentrum Großsiedlungen e.V.: Die Moderne weiter bauen

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Das Bauhaus-Jubiläum war für das Kompetenzzentrum Großsiedlungen Anlass, an die Folgen des zu Beginn der 1920er Jahre entwickelten Konzeptes eines grundlegend veränderten, sozial orientierten Wohnungsbaus zu erinnern. In ihrem Rückblick auf den Siedlungsbau der 1950er bis 1990er-Jahre zeigte die ehemalige Stadtbaurätin von München, Christiane Thalgott, dass prägende Prinzipien der am Bauhaus, aber auch von Martin Wagner und Bruno Taut in Berlin oder von Ernst May in Frankfurt/M. entwickelten neuen Wohnsiedlungen ihre Gültigkeit nicht verloren hatten, sondern – modifiziert, in größerem Maßstab und unterschiedlicher Qualität – im praktischen Wohnungs- und Siedlungsbau angewendet wurden.

Reiner Nagel verwies als Vorstand der Bundesstiftung Baukultur darauf, dass die damaligen baukulturellen Ansprüche auch für den Bau neuer Quartiere sowie für die Sanierung des Bestandes Maßstäbe gesetzt haben.
Wie Sanierung und Weiterbau in hoher baukultureller Qualität gelingen können, zeigte Architekt Winfried Brenne am Beispiel der Berliner Welterbesiedlung Schillerpark. Peter Stubbe, Vorstand der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Gewoba in Bremen, schilderte die Erneuerung der Stadtteile Neue Vahr und Osterholz – Tenever. Das Unternehmen verbindet die Sanierung des Bestandes mit ergänzendem Wohnungsbau. Der „Bremer Punkt“ bietet den vorhandenen Nachbarschaften jene Wohnformen an, die im Umfeld fehlen und nachgefragt sind.
„Im Unterschied zur Moderne zur Zeit des Bauhauses wird vom heutigen Wohnungsbau vor allem ein Beitrag zur Innenentwicklung der Städte erwartet“, betonte Ingo Malter, Vorstand der Berliner Wohnungsbaugesellschaft „STADT UND LAND“. Die Frage dabei ist: Wie kann ergänzendes Bauen betrieben werden, ohne vorhandene Qualitäten zu schmälern und die Nachbarschaften zu überfordern?
Bernd Hunger, Vorstand des Kompetenzzentrums, resümierte: „Unsere Tagung hat nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft großer Wohnsiedlungen beleuchtet, die einen erheblichen Beitrag zur sozial ausgewogenen Wohnraumversorgung leisten“. Die Beispiele hätten gezeigt, dass die sozialen und städtebaulichen Leitlinien der Moderne keineswegs obsolet sind, sondern auch den aktuellen Siedlungsbau prägen – freilich unter gravierend veränderten technologischen und sozialen Bedingungen.

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 Silke Schendel
Silke
Schendel

Referentin

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