Reiner Nagel verwies als Vorstand der Bundesstiftung Baukultur darauf, dass die damaligen baukulturellen Ansprüche auch für den Bau neuer Quartiere sowie für die Sanierung des Bestandes Maßstäbe gesetzt haben.
Wie Sanierung und Weiterbau in hoher baukultureller Qualität gelingen können, zeigte Architekt Winfried Brenne am Beispiel der Berliner Welterbesiedlung Schillerpark. Peter Stubbe, Vorstand der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Gewoba in Bremen, schilderte die Erneuerung der Stadtteile Neue Vahr und Osterholz – Tenever. Das Unternehmen verbindet die Sanierung des Bestandes mit ergänzendem Wohnungsbau. Der „Bremer Punkt“ bietet den vorhandenen Nachbarschaften jene Wohnformen an, die im Umfeld fehlen und nachgefragt sind.
„Im Unterschied zur Moderne zur Zeit des Bauhauses wird vom heutigen Wohnungsbau vor allem ein Beitrag zur Innenentwicklung der Städte erwartet“, betonte Ingo Malter, Vorstand der Berliner Wohnungsbaugesellschaft „STADT UND LAND“. Die Frage dabei ist: Wie kann ergänzendes Bauen betrieben werden, ohne vorhandene Qualitäten zu schmälern und die Nachbarschaften zu überfordern?
Bernd Hunger, Vorstand des Kompetenzzentrums, resümierte: „Unsere Tagung hat nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft großer Wohnsiedlungen beleuchtet, die einen erheblichen Beitrag zur sozial ausgewogenen Wohnraumversorgung leisten“. Die Beispiele hätten gezeigt, dass die sozialen und städtebaulichen Leitlinien der Moderne keineswegs obsolet sind, sondern auch den aktuellen Siedlungsbau prägen – freilich unter gravierend veränderten technologischen und sozialen Bedingungen.
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