Das neue Konjunkturbarometer des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) für Ostdeutschland zeigt, dass die Aufwärtsbewegung der ostdeutschen Wirtschaft anhält, auch wenn sich das Expansionstempo in den ersten Monaten des Jahres abgeschwächt hat.
Während das produzierende Gewerbe seinen Höhenflug fortsetzte, bremste der Handel den Produktionsanstieg erwartungsgemäß. Mit der Anhebung der Mehrwertsteuer sank der Umsatz im Einzelhandel drastisch. Die in das Jahr 2006 vorgezogenen Käufe fehlten jetzt und der steuerinduzierte Preisanstieg dämpfte die Kauflust, obgleich mit einiger Verzögerung. Dagegen erhöhte sich die Industrieproduktion in den ostdeutschen Flächenländern ohne Unterbrechung, und sie stieg erneut kräftiger als in den alten Bundesländern. Ihr Zuwachs belief sich im ersten Quartal gegenüber den Monaten Oktober bis Dezember auf rund 4 Prozent. Auch das Baugewerbe trug zum Produktionsanstieg bei. Begünstigt durch die milde Witterung konnten die hohen Auftragsbestände aus dem vergangenen Jahr in den Wintermonaten abgearbeitet werden. Zuwächse kamen auch aus dem unternehmensnahen Dienstleistungsbereich.Für die Monate April bis Juni signalisieren die Indikatoren eine Kräftigung des Produktionszuwachses. Die Industrieunternehmen sind laut regelmäßiger Umfragen des IWH bei ihren hohen Geschäftserwartungen geblieben. Die Auftragseingänge haben weiter zugenommen. Insbesondere aus dem Inland gingen hohe Bestellungen bei den Herstellern von Investitionsgütern und von Verbrauchsgütern ein. Der Wachstumsschub vom Baugewerbe dürfte allmählich auslaufen. Die Unternehmen setzten zwar ihre Erwartungen nicht so stark herab wie zu Beginn des Jahres, signalisieren jetzt aber eine Abflachung der Expansion. Der Handel wird sich dagegen erholen. Dafür spricht die verbesserte Einkommenssituation der privaten Haushalte im Zuge des anhaltenden Beschäftigungsaufbaus.