Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe Ostdeutschlands hat sich deutlich abgekühlt. Dies geht aus den Ergebnissen der September-Industrieumfrage des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle hervor.
Nach wie vor überwiegen aber die positiven Einschätzungen. Dennoch verschlechterte sich aus Sicht der 300 befragten Unternehmen der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen der aktuellen Geschäftslage um acht Punkte. Auch der Saldo der Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate sank. In der aktuellen Umfrage hat der Anteil von Unternehmen, die ihre Aussichten als "eher schlecht" oder "schlecht" bewerten, gegenüber Juli stark zugenommen (von 9 % auf 21 %). Entwicklung der Geschäftslage und Geschäftsaussichten im ostdeutschen Verarbeitenden Gewerbe Die stärksten Eintrübungen meldet auf Ebene der fachlichen Hauptgruppen das Vorleistungsgütergewerbe. Allerdings sind Lage und Aussichten vordem sehr hoch bewertet worden. Die Erwartungen haben sogar ihren Stand vor Jahresfrist unterschritten. Gegenüber der Juliumfrage sind die kleinen Unternehmen die einzige Gruppe, die ihre aktuelle Lage besser bewertet, die Aussichten sind aber auch hier abwärtsgerichtet. Die Bereinigung der Befragungsergebnisse um saisonale Einflüsse bestätigt, dass die Konjunktur in der ostdeutschen Industrie erst einmal ihren Höhepunkt überschritten haben dürfte. Die fachlichen Hauptgruppen sind auf eine Abwärtsbewegung eingeschwenkt (vgl. Abbildung). Im Vorleistungsgütergewerbe ist der Saldo der Erwartungen nunmehr unter den Saldo der Lagebewertung gesunken. Den größten Einbruch bei Lage und Erwartungen im Vergleich zu Juli melden die Hersteller von elektronischen und elektrotechnischen Bauteilen. Chemieunternehmen und das Holz-, Papier- und Druckgewerbe bewerten die Lage besser, die Zweige Steine und Erden sowie Glas und Keramik etwas schlechter und die Hersteller von Gummi- und Kunststoffprodukten deutlich schlechter. Die Erwartungen haben sich in allen genannten Bereichen eingetrübt.Die Meldungen der Investitionsgüterproduzenten deuten auf eine kommende Investitionsschwäche hin. Anders als bei den Vorleistungsgüterproduzenten haben die Geschäftsaktivitäten der ostdeutschen Investitionsgüterproduzenten zuletzt nicht an das Niveau vor Ausbruch der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 herangereicht. Die aktuelle Eintrübung fällt schwächer aus. Im Maschinenbau hat sich die Lage nur geringfügig verschlechtert. Im Fahrzeugbau hat sie sich nach dem Einbruch im Juli stark verbessert, die Unternehmen haben aber ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate deutlich nach unten korrigiert.Von der Eintrübung der Konjunktur bleiben auch die Hersteller von Konsumgütern gegenwärtig nicht verschont. Ihre hohen Erwartungen der vergangenen Monate haben sich abgeschwächt, das gilt auch unter Ausschluss saisonaler Effekte. Die Angaben der Hersteller von Gebrauchsgütern wie Spielzeug oder Möbeln lassen zurzeit nicht erkennen, dass sie auf ein gutes Geschäft zum Jahresende setzen. Zurückhaltender als noch im Juli bewerten auch die Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie sowie die Pharmazie und die Hersteller von Körperpflegemitteln ihre Aussichten, die Lageeinschätzung hat sich seit Juli allerdings verbessert.
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