Die seit dem Frühjahr bestehende optimistische Einschätzung des Geschäftsklimas in der ostdeutschen Industrie setzt sich in abgebremster Form auch im Herbst fort, teilt das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mit. Dies zeigten die Ergebnisse der IWH Industrieumfrage vom September unter rund 300 Unternehmen. Das Stimmungshoch sei allerdings gespalten. Während die größeren Unternehmen ihre Lage und Aussichten nochmals deutlich verbessert sahen, urteilten die kleineren mit weniger als 50 Beschäftigten zurückhaltend.
Der Saldo der positiven und negativen Meldungen zur Geschäftslage sei seit der Umfrage im Juli nochmals um zwei Punkte angestiegen und übertreffe den entsprechenden Vorjahreswert sogar um elf Punkte. Nur 13 von 100 Unternehmen gaben weniger gute Urteile ab. Die Geschäftserwartungen hätten sich hingegen eingetrübt. Der Saldo ging hier um vier Punkte im Vergleich zur Vorperiode zurück, liege aber ebenfalls mit sechs Saldenpunkten über dem Vorjahreswert. Einen großen Anteil an der nach wie vor positiven Stimmung hätten die Investitionsgüterproduzenten, so die Ergebnisse der IWH-Umfrage. Diese meldeten seit März eine stetige Aufhellung ihrer Geschäftsaktivitäten. So seien Maschinenbau und Fahrzeugbau mit ihrer aktuellen Lage noch zufriedener als im Juli, aber verhaltener bei den Aussichten bis zum nächsten Frühjahr. Unter den Vorleistungsgüterproduzenten hingegen habe sich die Stimmung eingetrübt. Zwar sind die Metallerzeuger über ihre Lage nicht unzufriedener als zuvor, aber die Geschäftsaussichten bewerteten sie deutlich schlechter als zu Jahresbeginn. Ähnlich beurteile es die Chemische Industrie. Nach dem Einbruch im Juli würden die Konsumgüterproduzenten ihre Geschäftslage deutlich im Aufwind sehen, aber die Erwartungen seien eher verhalten.Auch nach Ausschluss saisonal bedingter Einflüsse bestätige sich das Bild der teilweise gegensätzlich verlaufenden Einschätzungen. Im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt habe die Konjunktur nach dem Aufwärtstrend seit Jahresbeginn etwas an Fahrt verloren. Bei der Bewertung der aktuellen Geschäftslage zeige sich eine Beruhigung auf hohem Niveau. Die Geschäftsaussichten würden seit dem Sommer etwas skeptischer beurteilt, was als Ausdruck der Unsicherheit im Zusammenhang mit den Verwerfungen an den Finanzmärkten gewertet würde.