Im bundesdeutschen Vergleich der Energiewerte für das Jahr 2007 schneiden die ostdeutschen Regionen deutlich besser ab als der Bundesdurchschnitt und der westdeutschen Mittelwert. Im Westdeutschland besteht in punkto Energieeffizienz ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Dies geht aus einer demnächst erscheinenden Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hervor.
Grund für die niedrigen Werte in den neuen Bundesländern sind laut IWH vor allem die umfangreichen Sanierungen des ostdeutschen Wohnungsbestandes in den 90er Jahre. Die regionalen Unterschiede ließen sich auf den Anteil der in den 80er Jahren gebauten Wohnungen zurückführen – ein höherer Anteil wirke sich positiv auf die durchschnittliche Energieeffizienz aus. Ein negativer Zusammenhang könne zwischen dem Anteil besser verdienender Haushalte und den Energiekennwerten nachgewiesen werden.In Nord-Süd-Richtung finden sich Regionen mit dem höchsten Energieverbrauch vor allem in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und dem Ruhrgebiet, während im Süden der Republik weit unterdurchschnittliche Werte beobachtet werden. Ursächlich hierfür sind nach der IWH-Studie die hohen Anteile von Alt- und Nachkriegsbauten, die den Energieverbrauch negativ, bzw. die hohen Anteile von Bauten ab 1978, die den Verbrauch positiv beeinflussen. Darüber hinaus werden für die regionalen Effizienzunterschiede eine Reihe von weiteren Gründe angeführt: "Höhere Leerstandsquoten üben Wettbewerbsdruck auf die Immobilieneigentümer aus und führen somit zu mehr Energieeffizienz. Ebenso beeinflussen unterschiedlich hohe Fluktuationsraten die Investitionsbereitschaft im Energiebereich. Auch die in der Region verfügbaren Einkommen sind eine einflussreiche Größen. Schließlich besteht ein Zusammenhang zwischen den Energiekennwerten und der Quote der selbstgenutzten Eigentums- bzw. der fremdvermieteten Wohnungen", so das IWH.Grundlage der Untersuchung war Datenmaterial aus den zum Jahresbeginn 2009 eingeführten Energieausweisen für Immobilien sowie Verbrauchsabrechnungen des Energiedienstleisters ista. Dem ista-IWH-Energieeffizienzindex liegen Informationen zu rund 257.000 Mehrfamilienhäusern bzw. rund 2,6 Mio. Wohnungen zugrunde.