Eine prominent besetzte Delegation des iranischen Ministeriums für Verkehrs- und Stadtentwicklung, darunter die drei Vizeminister, Vertreter des islamischen Forschungszentrums für Bauen und Wohnen in Teheran sowie des Managements der „New Town Development Cooperation“ (ebenfalls Teheran) besuchte kürzlich die Berliner Wohnungsbaugenossenschaft Märkische Scholle eG.
Initiator dieses immobilienwirtschaftlichen Austauschs war Prof. Dr. Klaus Rückert vom Institut für Architektur an der Technischen Universität Berlin. Sein Institut arbeitet seit Jahren eng mit dem islamischen Forschungszentrum, das dem Ministerium angeschlossen ist, zusammen. So beraten die Berliner Wissenschaftler beispielsweise die Kollegen aus Teheran in Fragen des metropolennahen Städtebaus unter wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Bevölkerungsexplosion in den iranischen Großstädten, errichtet die iranische Regierung im Umland dieser Ballungsräume komplett neue Städte.
Von Interesse für die Delegation war zum einen das von der Märkischen Scholle in 2012 fertiggestellte energieeffiziente Neubauprojekt in der Düsseldorfer Straße (Wilmersdorf). Technische Details wie beispielsweise der Einsatz von Abluftwärmepumpen und solarthermischer Anlagen wurden ausführlich diskutiert. Zum anderen informierte die Genossenschaft über ihr umfangreiches Sanierungsvorhaben in Lichterfelde Süd, das seitens der Besucher als positives Beispiel dafür gewertet wurde, dass es in Deutschland durchaus möglich ist, eine energetische Sanierung unter Berücksichtigung sozialer Aspekte zu realisieren und für bezahlbaren Neubau zu sorgen.
Bereits im vergangenen Jahr war eine Gruppe chinesischer Stadtentwicklungspolitiker bei der Märkischen Scholle zu Gast und Ende September dieses Jahres war das Richtfest der Märkischen Scholle Ziel einer Genossenschaft aus Österreich. Dieser internationale Erfahrungs- und Wissensaustausch bietet in von Wohnungsknappheit bestimmten Zeiten eine großartige Chance für neue Handlungsperspektiven in der Wohnungspolitik. Und wenn eine Genossenschaft wie die Märkische Scholle dabei mit positiven Beispielen aus ihrem sozial geprägten Bestandsmanagement beratend fungieren kann, zeigt das: Auch die Wohnungsbaugenossenschaften spielen eine Hauptrolle auf dem umkämpften Immobilienmarkt.