Die ProPotsdam GmbH hat die Villa Carlshagen Ende des vergangenen Jahres an die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam veräußert. Zu der denkmalgeschützten Villa gehört ein 13.000 Quadratmeter großes ebenfalls denkmalgeschütztes Garten-Grundstück. Es liegt zwischen dem Olympiastützpunkt und dem Wohnheim der Eliteschule des Sports direkt am neu hergestellten Uferweg.
Den Uferweg hatte die ProPotsdam bereits in das Eigentum der Stadt übertragen und er wird auch künftig der Allgemeinheit zugänglich bleiben.Horst Müller-Zinsius, Geschäftsführer der ProPotsdam GmbH ist froh, einen Käufer gefunden zu haben, der in jeder Hinsicht gut zu der Immobilie im Sportpark Luftschiffhafen passt: "Die IHK Potsdam wird mit der Sanierung der Villa und des umliegenden Areals einen wichtigen Beitrag zur Neugestaltung des Sportparks Luftschiffhafen und damit zur Gestaltung der Stadt Potsdam leisten." Es wird daraus ein Schulungs-, Tagungs- und Veranstaltungshaus entstehen. "Ich verspreche mir wertvolle Impulse von den in der IHK organisierten Arbeitgebern für die Schüler und Sportler, die während ihrer schulischen Ausbildung oder ihrer Sportlaufbahn auch unbedingt ihre beruflichen Perspektiven planen müssen."Die Villa Carlshagen war um 1900 im Auftrag des jüdischen Bankiers Carl Hagen als Sommerresidenz errichtet worden. Einige Jahre später war das Gebäude durch Gästetrakt, Terrasse und Eingangshalle ergänzt worden. Gestalterischer Höhepunkt des klassizistischen einstigen Prachtbaus war ein ovaler Esssaal mit Blick auf den Templiner See. Als der Bankier 1938 starb, flüchtete die Familie ins Ausland. Nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte die Villa eine radiologische Kinderklinik. Seit deren Auszug im Jahre 1990 war das Gebäude, das 1995 unter Denkmalschutz gestellt wurde, dem Verfall preisgegeben. 2007 kaufte die ProPotsdam das Ufer-Grundstück samt Villa von einer vielköpfigen Erbengemeinschaft, legte bei dieser Gelegenheit Rechtsstreite zwischen den Erben und der Stadt bezüglich des benachbarten Schulgrundstücks bei und sicherte später das Gebäude, um den weiteren Verfall zu verhindern.
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