Am 12. Februar legten die Industrie- und Handelskammern Berlins und Brandenburgs ihren gemeinsamen Konjunkturreport für beide Länder vor. Danach gehe es der Wirtschaft der Region immer besser, die konjunkturellen Zeichen stünden auf Wachstum. Die Unternehmen der Region sähen sowohl ihre Lage als auch ihre Zukunft ausgesprochen optimistisch, gaben die IHKs bekannt.
Nach dem Konjunkturreport kletterte der Konjunkturklimaindex für die Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg innerhalb eines Jahres von 110 auf 128 Punkte und damit auf einen Rekordwert seit Beginn der Erhebung vor 13 Jahren. Für den Report wurden in der ersten Januarhälfte 2007 rund 1.400 Unternehmen der Branchen Industrie, Handel, Dienstleistungen, Verkehr und Bauwirtschaft befragt.Insgesamt beurteilten 45 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut. Nur acht Prozent schätzen sie als schlecht ein. Dabei äußerten sich die Berliner Unternehmer wie schon in den vergangenen Jahren ein wenig optimistischer als die Unternehmer in Brandenburg. Ähnlich sieht das auch bei den Erwartungen aus. Rund ein Drittel der Unternehmen in der Region rechnet mit besseren Geschäften, während nur 13 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen. Allerdings ist auch hier die gewerbliche Wirtschaft Brandenburgs noch etwas zurückhaltender als die Berliner.Das Stimmungshoch basiert nach Aussagen der IHKs auf mehreren Faktoren: Die Auftragsbücher seien gut gefüllt, und es würden sogar wieder Gewinne erwirtschaftet. So trügen alle Branchen zum Aufschwung bei, darunter auch das lange Zeit arg gebeutelte Baugewerbe. Zum anderen verstärke sich neben dem Export auch die Binnennachfrage infolge der bundesweit guten konjunkturellen Entwicklung. In der Folge sinke die Zahl der Arbeitslosen, und es entstünden mehr sozialversicherungspflichtige Jobs.Die langjährigen Strukturveränderungen in den Unternehmen beider Länder trügen damit endlich Früchte, betonte der Berliner IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder bei der Präsentation des Reports. "Insbesondere die Berliner Wirtschaft ist raus aus dem Tal der Tränen, während Brandenburg in der Vergangenheit schon immer etwas besser abschnitt als Berlin." Als Gründe für den Aufschwung seien neben der allgemein guten konjunkturellen Lage auch der Bau des Flughafens BBI, die Liberalisierung des Ladenschlusses und der nach der Fußball-WM anhaltende Touristenboom zu nennen.Um die Tragfähigkeit eines Aufschwungs zu ermitteln, stelle die Investitionsbereitschaft eine besonders markante Größe dar, so die IHKs. Hier lautet für 2007 die gute Botschaft, dass sich die hohen Geschäftserwartungen in einer deutlich erhöhten Investitionsbereitschaft niederschlagen. Konkret wollen 25 Prozent der Unternehmen der Wirtschaftregion ihre Investitionsausgaben erhöhen und weitere 46 Prozent stabil auf dem Niveau des Vorjahres investieren. Damit planen im Jahr 2007 deutlich mehr Unternehmen ihre Investitionen zu steigern, statt sie zu senken. Dies sei eine Mut machende Entwicklung, denn in den Vorjahren überwogen stets die Unternehmen, die ihre Investitionen senken wollten. Nach den vergangenen schwierigen Jahren, die vom Stellenabbau und dem Erhalt von bestehenden Arbeitsplätzen geprägt waren, werde der konjunkturelle Aufschwung endlich auch den regionalen Arbeitsmarkt beleben. Dabei sei der Bedarf der Unternehmen auf die gut ausgebildeten Fachkräfte ausgerichtet, weniger auf Geringqualifizierte. Jetzt werde für immer mehr Firmen deutlich, welchen hohen Stellenwert die Ausbildung der jungen Menschen für die Wettbewerbsfähigkeit habe.