IFO INSTITUT KRITISIERT MANGELNDE INTERNATIONALE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT DER DEUTSCHEN WASSERWIRTSCHAFT

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Die deutsche Wasserwirtschaft leidet bei internationalen Ausschreibungen des Betriebs und der Errichtung von Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungssystemen unter mangelnder Wettbewerbsfähigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des ifo Instituts über die Strukturveränderungen in der deutschen Wasserwirtschaft und Wasserindustrie. Für die Studie wurden neben Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen auch die Hersteller von Anlagen und Komponenten, Rohrleitungsbauer und Consultingunternehmen unter dem Oberbegriff "Wasserwirtschaft" untersucht.Die Kleinteiligkeit und die dezentrale, kommunalwirtschaftlich geprägte Struktur der deutschen Wasserwirtschaft seien die zentralen Entwicklungshemmnisse auf den internationalen Märkten, so das Institut: Zwar stünden die Hersteller von Anlagen und Komponenten in ihrem Segment international mit an der Spitze, sie erreichten aber nicht die kritische Größe für einen Generalunternehmer oder ihnen fehlten die erforderlichen Referenzen als Betreiber von Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungssystemen. Den deutschen Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsbetrieben fehle wiederum die Finanzkraft, um den Weltmarktführern bei internationalen Ausschreibungen Konkurrenz machen zu können.Das ifo Institut empfiehlt, die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wasserwirtschaft über Effizienzsteigerungen zu verfolgen. Dazu gehörten die verstärkte Bildung von Kooperationen zwischen Versorgungs- und Entsorgungsunternehmen bzw. die Bildung größerer Einheiten soweit möglich in Form von Public-Private-Partnership-Modellen (PPP), eine Relativierung des in der Wasserwirtschaft vorherrschenden Örtlichkeitsprinzips sowie ein obligatorisches Benchmarking. Hinderlich seien jedoch die Zementierung steuerlicher Privilegien für öffentliche Entsorger und die erkennbare Tendenz zur Abschottung kommunaler Strukturen.