Ideen für die Wiesenburg in Wedding: Werkstattverfahren abgeschlossen

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Am 28. April 2016 tagte die Jurysitzung des dreistufigen Werkstattverfahrens, welches degewo um die Entwicklung des Geländes des früheren Obdachlosenasyls gestartet hatte. Im Ergebnis zeigte sich: Kein eindeutiger Siegerentwurf, sondern das Beste aus beiden Entwurfskonzepten soll es sein.

Die Architekturbüros ps wedding und Die Zusammenarbeiter sollten mit Unterstützung der Büros Baupiloten und Klinkenberg Architekten Nutzungsideen und Bebauungskonzepte für das geschichtsträchtige Gelände von rund 12.500 Quadratmeter Fläche entwickeln. Am 28. April 2016 tagte die Jury mit Vertretern aus Bezirk, Stadtplanung, Denkmalpflege, Quartiersmanagement Pankstraße und dem Verein Die Wiesenburg e.V.

Das Ergebnis der Jury: Es gibt keinen eindeutigen Siegerentwurf. Stattdessen sollen die Planungen auf Basis beider Entwurfsideen weiterentwickelt werden. Das Werkstattverfahren hat einen Konsens unter allen Beteiligten herbeigeführt, dass der geschichtsträchtige Ort mit einer Kombination aus alter Bausubstanz und Neubau weiterentwickelt werden soll. Zunächst aber müssen alle Aspekte, die die wirtschaftliche Machbarkeit beeinflussen, mit Gutachten untersucht werden. Dazu gehören die Themen Baugrund, Schadstoffe und Schallschutz, ebenso wie baurechtliche und genehmigungsrechtliche Fragen.

Entwurfsidee „Shed“, Die Zusammenarbeiter

Die Entwurfsidee „Shed“ vom Büro Die Zusammenarbeiter orientiert sich räumlich an den nicht mehr vorhandenen Schlafsälen. Die Kulisse der vorhandene Bausubstanz wird erhalten und durch viergeschossige Neubauten ergänzt. Es entstehen viele kleine Wohnungen zwischen 20 und 55 Quadratmeter, die über ein Laubengangsystem erschlossen werden. Gemeinschaftsbereiche erhöhen
zusätzlich die Wohnqualität und dienen dem Austausch zwischen Bewohnern und Anwohnern. Anhand des heutigen Zustands lassen sich drei Baufelder identifizieren, die zeitlich versetzt und mit unterschiedlichen Strategien bebaut werden können. Vorhandene Ruinenreste sollen weitgehend erhalten werden. Für die Denkmalpfleger ein lohnenswerter Ansatz.

Entwurfsidee von PS Wedding, Berlin

Die Entwurfsidee vom Büro PS Wedding sieht die Bewahrung des heutigen, vor allem durch die verbliebenen Strukturen und landschaftliche Anmutung geprägten Charakters der Wiesenburg vor. Gleichzeitig schlagen die Architekten die Erweiterung der vorhandenen, vor allem kulturellen und gewerblichen Nutzungen mit neuen sozialen und Wohnfunktionen vor. Der Großteil der Neubauten befindet sich auf dem südlichen Teil des Geländes. Hier werden neue vier- bis sechsgeschossige Wohnbauten vorgeschlagen. Programmatisch für die städtebauliche Figur sind das Zusammenspiel von alter und neuer Bausubstanz sowie die Schaffung differenzierter halböffentlicher und öffentlicher Außenräume unterschiedlicher Charakteristik. Die Neubauten grenzen größtenteils unmittelbar an die Bestandsbebauung. Teile des Bestands wie die südliche Außenwand des Frauenasyls werden in Neubauten (für wohnungsnahe Werkstätten oder Ateliers) integriert. Alle Außenräume sind miteinander verbunden und durchziehen teilweise bestehende bauliche Strukturen. Sie bilden die interne Erschließung des gesamten Grundstücks und schließen an die vorhandenen öffentlichen Wege an.

Die Jury lobt die zwei unterschiedlichen Entwurfsideen mit ihren jeweils eigenen Qualitäten: Während das Büro die Zusammenarbeiter mit der gebietstypischen Dachstruktur die Lesbarkeit des Areals erhält, nimmt PS Wedding eine bauliche Trennung zwischen Alt und Neu vor, die zu interessanten Einzelräumen führt. „Das sind beides besondere Qualitäten, so Jurymitglied und degewo-Architekt André Schuhknecht, vielleicht schafft man es in einer zukünftigen Variante, beides miteinander zu verknüpfen.“

Dialog wird fortgeführt

Beratendes Jurymitglied Petra Patz-Drüke von der Sozialraumorientierten Planungskoordination im Bezirksamt Mitte betonte, dass die Entwicklung als soziokultureller Begegnungsort aus Sicht des Bezirks und des Quartiersmanagements noch in beiden Entwürfen geschärft werden müsse. Heute sei die Wiesenburg ein Solitär mit einer geschlossenen und in sich gekehrten Atmosphäre. Wichtig sei es, dass sich die Wiesenburg nach außen öffnet und für den Stadtteil einen Ankerpunkt bildet. Attraktive Öffnungen und Wegebeziehungen sowie eine Mischung der Wohnformen sollten noch mehr Berücksichtigung finden.

Eine temporäre Nutzbarmachung der ehemaligen Sammelhalle wird frühestens im Sommer 2017 möglich sein. „Über mögliche Nutzungs- und Betreiberkonzepte zur Sammelhalle bleiben wir im Gespräch mit dem Verein Die Wiesenburg e.V. und führen den Dialog fort“, sagt Cordula Fay, Abteilungsleiterin Quartiersmanagement bei degewo.

Ansprechpersonen

 Mieke Goldhahn
Mieke
Goldhahn
Referentin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T +49 (30) 89781 - 127