Zuletzt war das Wohngeld im Jahr 2009 erhöht worden. Damals stieg die Hilfe von im Schnitt 90 auf 142 Euro im Monat. Mieterverbände und die Kommunen hatten eine Erhöhung des Wohngeldes gefordert. Ihren Angaben gemäß seien die Mieten seit 2009 um im Schnitt fünf Prozent gestiegen, das Wohngeld sei aber auf dem Stand von vor fünf Jahren "eingefroren". Der BBU verlangte bereits im Juli letzten Jahres vor dem Hintergrund des in Berlin ohnehin überdurchschnittlich hohen Armutsrisikos die Erhöhung des Wohngeldes. Ansonsten sei ein Anstieg der Mietschulden zu befürchten.
Empfängeranzahl steigt wegen Mindestlohn
Wohngeld erhalten Bürger, die ein geringes Einkommen haben, aber nicht Hartz IV beziehen. Die Anzahl der Haushalte mit Wohngeld ist seit 2009 von gut einer Millionen. auf rund 750.000 bundesweit gesunken. Die Wohngeldausgaben von Bund und Ländern haben sich laut der Statistik des Bundesbauministeriums von ca. 1,5 auf knapp eine Milliarde Euro reduziert. Der 2009 eingeführte Heizkostenzuschuss wurde zwischenzeitlich wieder abgeschafft.
Die Anzahl der Haushalte, die nur aufstockende Leistungen für Unterkunft und Heizung nach SGB II (Hartz IV) erhalten, ist im selben Zeitraum jedoch angestiegen, obgleich die Anzahl der Hartz-IV-Leistungsbezieher insgesamt abnahm. Hier hatte auch die Politik eine Fehlentwicklung gesehen.
Die Bundesregierung rechnet laut Hendricks nun mit wachsenden Empfängerzahlen beim Wohngeld. Denn wegen der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns würden mehr private Haushalte von der Hartz-IV-Leistung in den Wohngeldanspruch wechseln. Der Kreis der Wohngeldberechtigten werde wachsen, sagte die Ministerin.
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