Nur durch energische Expansionsmaßnahmen lässt sich noch verhindern, dass die gegenwärtige Finanzkrise auf die Realwirtschaft übergreift und diese in ein tiefes Loch stürzen lässt. Hierzu wäre die rasche und nachhaltige Senkung der Zinsen durch die europäische Zentralbank nötig, was diese bislang jedoch beharrlich verweigert. Dies lasse das Schlimmste befürchten, meint der diesjährige Hauptredner des BBU-Verbandstags, Dr. Heiner Flassbeck, in einem aktuellen Kommentar in der Berliner Zeitung.
Es sei ein Skandal, dass es die Bankenaufsicht in Deutschland und anderen Staaten zugelassen habe, dass die Banken – in klarem Verstoß gegen das Prinzip der Bilanzwahrheit - hochriskante Geschäfte außerhalb ihrer Bilanzen laufen lassen. Rating-Agenturen hält der Chefökonom der UN-Konferenz für Welthandel und Entwicklung (UNCTAD) für verzichtbare Einrichtungen, solange sie sich auf den rechtlichen Standpunkt zurückzögen, ihre Risiko-Einschätzungen seien nur "Meinungen" gewesen. Dann könne man es den Banken selbst überlassen, die Risiken der in ihrem Besitz befindlichen Papiere einzuschätzen. Dies würde immerhin dazu führen, dass die Bankvorstände besser verstehen müssten, wovon sie redeten.Angesichts der gegenwärtigen Lage führe kein Weg an einem umfassend kontrollierenden und beobachtenden Staat vorbei, so Flassbeck. Es könne nicht angehen, dass jedes Lebens- und Arzneimittel vom Staat zugelassen werden müsse, dass aber "finanzielle Massenvernichtungswaffen" (Warren Buffet) ohne staatliche Kontrolle frei verkäuflich seien. Staatliche Institutionen müssten sich zeitig ein Bild davon machen, was auf welchen hochspekulativen Märkten schief laufe und rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen. Dies gelte für Aktien in gleichem Maße wie für Währungen oder Immobilienmärkte.Den vollständigen Kommentar lesen von Heiner Flassbeck Sie hier.