HEIMWEH NACH DER UCKERMARK

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Wie die Märkische Oderzeitung schreibt, verlassen nach wie vor Jahr für Jahr Tausende junge Brandenburger wegen Perspektivlosigkeit ihre Heimat. Gleichzeitig will sich das Land verstärkt um Rückkehrer bemühen. Ein schwieriges Unterfangen, wie Beispiele aus der Praxis zeigen. Florian Winkler hat es geschafft. Seit anderthalb Jahren lebt er wieder in der Uckermark. "Es war nicht einfach", sagt er. "Ich hatte Glück." Fragt man den 26 Jahre alten Mechatroniker, der fünf Jahre in Bayern studiert und gearbeitet hat, was das Land tun kann, um Leute wie ihn zurückzuholen, seufzt er: "Ach, wenn das einer wüsste, würden es doch alle machen."Sachsen verteilt Eierschecken an Autobahnraststätten, Mecklenburg-Vorpommern "Pendlertaschen" mit Informationen für potenzielle Rückkehrer, Sachsen-Anhalt schaltet für viel Geld bundesweit Anzeigen, Brandenburg machte bis vor Kurzem gar nichts, und Thüringen hat seine umfangreichen Bemühungen gerade wieder etwas zurückgefahren. "Weil Aufwand und Nutzen in keinem guten Verhältnis standen", wie Anke Kalb einräumt, Leiterin des Personal- und Fachkräftemanagements bei der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG).Sie erzählt, dass es in einigen Branchen zwar freie Stellen gibt: "Aber Rückkehrer wollen ordentliche Löhne, außerdem einen Job für die Partnerin oder den Partner." Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Mitbestimmungsrechte in der Firma seien ihnen wichtig. "Damit tun sich leider viele mittelständische Unternehmen nach wie vor schwer", hat Anke Kalb beobachtet. Angesichts der komplizierten Rahmenbedingungen konzentriert sich die LEG seit einigen Monaten auf Marketingaktionen. "Wir wollen bundesweit Menschen mit Bezug nach Thüringen ansprechen", sagt die Expertin. Vom Ziel, Rückkehrer zu vermitteln, habe man sich verabschiedet. Eine Erkenntnis, die Christian Ramm, Leiter der Arbeitsagentur Eberswalde, nachvollziehen kann. "Auch wir haben Modelle durchgespielt, mussten aber feststellen, dass es sich nicht lohnt, fünf Leute zu beschäftigen, die sich nur mit Rückkehrern beschäftigen", bedauert er. "Woher sollen wir wissen, wer sich gerade Gedanken über eine Rückkehr macht?"Florian Winkler hat die Heimat nie aus dem Blick verloren. "Wenn ich in Bayern einen Brandenburger traf, habe ich mich sofort mit ihm verstanden", erzählt der Rückkehrer. "Mir gefällt einfach der Menschenschlag." Letztlich war es die Familienplanung, die ihn zurück in die Uckermark trieb. Seine Frau Julia stammt aus Angermünde. "Wir standen vor der Frage, dauerhaft in Nürnberg zu bleiben, wo ich einen gut bezahlten Job hatte, oder dafür zu sorgen, dass unser Sohn in der Nähe der Großeltern aufwächst", erinnert sich Florian Winkler.

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