Handwerkern in Berlin und Brandenburg macht die schwierige Wirtschaftslage zunehmend zu schaffen. Die Geschäfte der Betriebe laufen schlechter als im Vorjahr, die Stimmungsindikatoren zeigen deutlich nach unten. Das geht aus einer Creditreform-Umfrage hervor.
Gut ein Drittel der von Creditreform Ende Februar befragten Handwerksunternehmen in beurteilten ihre momentane Geschäftslage mit sehr gut oder gut - deutlich weniger als im vergangenen Jahr, als noch fast die Hälfte der Handwerker so optimistisch war. Auf der anderen Seite ist in beiden Bundesländern die Zahl der Betriebe gestiegen, die ihrer Geschäftslage die Noten mangelhaft und ungenügend geben. Sie liegt jetzt bei knapp einem Sechstel. Die Aussagen der Handwerksbetriebe zur Umsatzsituation verdeutlichen den klaren Stimmungsumschwung: Jeder Vierte berichtete über Umsatzrückgänge, gut zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Umsatzzuwächse wurden hingegen in sehr viel weniger Fällen registriert. Personalabbau geht weiter"Schlechte Auftragslage, hoher Kostendruck und nicht ausgelastete Kapazitäten zwingen die Handwerker, zunehmend Personal abzubauen", heißt es bei Creditreform. Gab im vergangenen Jahr noch gut jedes dritte Unternehmen an, die Mitarbeiterzahl im Verlauf der letzten Monate aufgestockt zu haben, so ist es aktuell nur noch ein gutes Sechstel. Gleichzeitig musste rund ein Viertel Personal reduzieren – deutlich mehr als im letzten Jahr. Niedrigere Preise, niedrigere Qualität?Die Entwicklung deutet auf zwei Tendenzen hin. Zum einen verbessert sich in Anbetracht der verschlechterten Auftragslage im Handwerk die Verhandlungsposition der Auftraggeber. Dadurch könnten diese für sie günstigere Preise durchsetzen. Dies dürfe aber nicht bedeuten, dass die Handwerksbetriebe an qualifiziertem Personal oder Produktqualität sparen. "Wohnungsunternehmen als Auftraggeber sollten deshalb jetzt die Chance nutzen, angemessene Preise und eine hohe Qualität durchzusetzen, wenn sie Handwerkerleistungen beauftragen", rät BBU-Technikexperte Siegfried Rehberg. "Qualitätsproblemen muss rechtzeitig entgegengesteuert werden." Für die Wohnungsunternehmen sei selbstverständlich, nur wirtschaftlich gesunde Handwerksbetriebe zu beauftragen. "Aus Krisenzeiten ist es ein bekanntes Phänomen, dass viele Handwerksbetriebe rasch in eine gefährliche Schieflage geraten können. Das sollte nicht dazu führen, dass diese Unternehmen dann für eventuelle Mängelbeseitigungen nicht mehr zur Verfügung stehen."