Gudrun Brüne gehört zu den markantesten Künstlerinnen der Leipziger Schule. In ihrer Kunst immer wieder neue Wege zu beschreiten, ist ihr eine ständige Herausforderung. Es zeugt zudem von ihrer Stärke, dass sie nicht dem Stil ihres Lehrers und späteren Ehemanns Bernhard Heisig verhaftet blieb, sondern eine eigenständige Richtung entwickelte. Die Ausstellung „Malerei und Grafiken“, die degewo in der Galerie Remise in Pankow zeigt, gibt einen repräsentativen Einblick in das Werk der Künstlerin.
Abstrakt und wie ein Stilleben wirkt das Menschenbild, das in Gudrun Brünes Werk auf Masken und Marionetten, auf Puppen und mechanischem Spielzeug zu sehen ist. Scharade und Maskerade zeigen dem Betrachter, dass er auf schwankendem Boden steht. Die Künstlerin holt ihr Rüstzeug aus dem unerschöpflichen Fundus der Kunstgeschichte. Ihre Puppen behalten dabei jedoch stets einen Bezug zur Gegenwart. Mit ihnen baut sie Massaker-Szenen, sie finden sich auch in ihrer Interpretation des berühmten Guernica-Bildes von Pablo Picasso.
Gudrun Brüne, 1941 in Berlin geboren, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Lange Jahre lebte und arbeitete sie dort, bevor sie ab 1977 eine Lehrtätigkeit an der Hochschule Burg Giebichenstein in Halle antrat, die sie bis 1999 ausübte. Seit 1992 lebt sie fernab ihrer ehemaligen Lebens- und Arbeitsorte Leipzig und Halle im Havelland.
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