Bei der Verleihung des diesjährigen "Energy Efficiency Award" auf der Hannover Messe betonte der Bundeswirtschaftsminister das Recht der Verbraucher auf die Vorteile von Marktliberalisierungen. Dabei umriss er die Positionen seines Hauses zu aktuellen energiepolitischen Fragen.
Neue Anbieter im Stromsektor müssten die Chance erhalten, sich gegen den jeweiligen "Platzhirschen" in ihrer Region durchzusetzen, unterstrich Glos. Dazu hat der Bundeswirtschaftsminister eine Kraftwerksanschlussverordnung vorgelegt, die neuen Anbietern den Zugang zum Netz erleichtert. Außerdem hat er eine Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen auf den Weg gebracht, damit die Kartellbehörden Missbräuche leichter nachweisen und effektiver bekämpfen können.Hinsichtlich des Bereichs der erneuerbaren Energien führte der Minister aus, dass die hohen Vorgaben der EU nur über große Steigerungsraten zu erreichen seien. Dies gelte insbesondere für Biomasse und Wind. Die dazu erforderlichen massiven Subventionen würden den Verbraucher jedoch noch erheblich stärker belasten als heute. Glos: "Wir müssen uns intensiv damit auseinandersetzen, wie die Förderung erneuerbarer Energien zukünftig aussehen soll." Zu Energieeffizienz, dem Leitthema des diesjährigen World Energy Forums der Messe Hannover, unterstrich Glos die Notwendigkeit, die gesamte Versorgungskette möglichst effizient zu gestalten. Auch hier seien erhebliche zusätzliche Anstrengungen erforderlich, um das vom Europäischen Rat geschätzte wirtschaftliche Einsparpotential von 20 Prozent auszuschöpfen. Dazu müssten vor allem eine gezielte Rahmensetzung und Unterstützung solcher wirtschaftlicher Effizienzsteigerungen angestrebt werden, die sich nicht von selbst über Preise und bestehende Märkte durchsetzen, etwa eine geförderte Beratung vor Ort.