Bereits seit 2009 begeistern die GEWOBAG und die Komische Oper Berlin mit ihrem Projekt "Abenteuer Oper!" Schülerinnen und Schüler aus Grundschulen und der Oberstufe für das Gesamtkunstwerk Oper. Nun erweitern die beiden Partner das bewährte Konzept zu einem generationenübergreifenden Kulturprojekt.
Erstmals erarbeiten Grundschüler eine Aufführung unter Einbeziehung von älteren Mietern, die in einem der 29 GEWOBAG-Seniorenwohnhäusern leben. "Wir betreten mit diesem Konzept Neuland in Berlin", erklärt GEWOBAG-Vorstand Hendrik Jellema. "Jung und Alt arbeiten gemeinsam an den Bühnenstücken. Das ist für beide Seiten sehr bereichernd."Knusper, Knusper, Knäußchen in SpandauMusikalische und musiktheaterpädagogische Experten der Komischen Oper Berlin leiten die Workshops, in denen Schülerinnen und Schüler Sequenzen aus bekannten Opern einstudieren, wie dieses Jahr aus der Humperdinck-Oper "Hänsel und Gretel". Während die Otto-Wels-Grundschule in Kreuzberg bereits zum vierten Mal teilnimmt, ist mit der Askanier-Grundschule erstmals eine Schule aus Spandau bei "Abenteuer Oper!" dabei. "Nachdem wir in den vergangenen Jahren das Projekt vor allem mit innerstädtischen Schulen realisiert haben, sind wir diesmal bewusst auch in einen Außenbezirk gegangen", so Jellema. In Spandau bewirtschaftet die GEWOBAG rund 12.000 Wohnungen.Vom 8. bis zum 12. April 2013 setzte sich die Klasse 4b der Askanier-Grundschule intensiv mit der Oper "Hänsel und Gretel" auseinander. Musik, Gesang, Tanz – all das wurde von der Klasse am Ende der Woche vor den stolzen Eltern, Lehrern und Mitschülern präsentiert. Ab dem dritten Projekt-Tag erhielten die Grundschüler eine besondere Verstärkung: Bewohner des Seniorenwohnhauses der GEWOBAG in der Freudstraße wurden in die Workshops eingebunden. Auch bei der Aufführung des Stückes am 12. April in der Schulaula waren sie dabei. "Am tollsten war unser Auftritt auf der Bühne!"Die Parallelklasse 4a der Spandauer Schule ist als erste Klasse bereits an den Start gegangen und hat sich an mehreren Workshop-Tagen der Oper "Hänsel und Gretel" mit Begeisterung spielerisch genähert. Die Klassenlehrerin Monika Straub-Schönian war überrascht, mit wie viel Spaß, Selbstbewusstsein, Konzentration und musischer Begabung ihre Schüler die Workshop-Inhalte umgesetzt haben. Sie zeigte sich begeistert vom musiktheaterpädagogischen Konzept. "Die Kinder werden ihr Leben lang für die Oper sensibilisiert sein", so Straub-Schönian. Anne-Kathrin Ostrop, Musiktheaterpädagogin der Komischen Oper Berlin, hat das Konzept entwickelt und setzt es seit 2009 mit großem persönlichem Einsatz an den Schulen um. "In den Workshops kommen die Schüler meist zum ersten Mal mit Oper in Berührung. Durch die direkte Teilhabe merken sie, dass Kunst und Kultur auch etwas mit ihnen zu tun hat", sagt Ostrop. So schafft etwa das Gemeinschaftsgefühl bei den Proben einen emotionalen Zugang: "Ich fand toll, wie wir zusammengearbeitet haben. Am tollsten war unser Auftritt auf der Bühne", schwärmt der Viertklässler Sezer. Charlotte sieht das genauso: "Am besten gefallen hat mir die Zusammenarbeit, das gegenseitige Vertrauen und das gemeinsame Erarbeiten der Spielszenen. Am allerallerbesten aber war der Bühnenauftritt!" Kein Wunder, dass der Schulleiter der Askanier-Grundschule, Thomas Berlin, bei so viel Begeisterung auf die Fortsetzung von "Abenteuer Oper" hofft: "Es wäre großartig, wenn auch die nachrückenden Jahrgänge diese tolle Möglichkeit erhalten, die Oper kennenzulernen." Seit 2009 haben nahezu 250 Schüler hinter die Opernkulissen geschaut, Bühnenstücke spielerisch selbst erarbeitet und an ihren Schulen aufgeführt.
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