„Wir gratulieren der GEWOBA ganz herzlich zu ihrem 90. Geburtstag“, so BBU-Vorstand Maren Kern. Die mit 187 Wohnungen kleinste BBU-Mitgliedsgenossenschaft in Prenzlau hatte am 4. August 2015 zu einem Empfang geladen. Vorstandsvorsitzende Karla Wolter nutzten die Gelegenheit und blickte auf die beeindruckende Geschichte der Genossenschaft zurück.
90 Jahre verwurzelt in Prenzlau
Am 1. August 1925 gründeten 55 beherzte Bürger, aus den unterschiedlichsten Berufen kommend, die Gemeinnützige Wohnungsfürsorgegenossenschaft e.G.m.b.H. in Prenzlau, mit dem Ziel, Wohnraum für ihre Mitglieder zu schaffen. Viele wohnten ihr Leben lang in der Genossenschaft und auch ihre Erben sind teilweise bis heute der Genossenschaft treu geblieben. In den Jahren 1926 bis 1932 errichtete die Genossenschaft insgesamt 187 Wohnungen und 2 Gewerberäume.
Heute verfügt die Genossenschaft über rund 20.000 qm Grund und Boden, 198 Wohnungen, 2 Gewerbeeinheiten sowie 47 Garagen und Stellplätze. Die Zeit des 2. Weltkrieges überstand die Genossenschaft zwar ohne größere Schäden. Jedoch musste sie nach 1945 um ihre Existenz bangen, denn sie wurde als kapitalistisches Unternehmen eingestuft.
Im August 1948 wurde zuerst das Konto der Genossenschaft gesperrt und im Februar 1949 erfolgten dann die Enteignung der Genossenschaft und der Einsatz eines Treuhandverwalters. Gegen all diese Maßnahmen setzte sich der damalige Vorstand hartnäckig zur Wehr erreichte schließlich, dass im Juli 1949 die Enteignung aufgehoben wurde und im August dann auch die Kontensperre. Leider war durch die zwischenzeitlich stattgefundene Währungsumstellung das gesamte Barvermögen der Genossenschaft dahin. Die folgenden Jahre waren für die Genossenschaft nicht einfach. Für die notwendigen Instandsetzungen der Häuser und Wohnungen standen kaum Mittel und Material zur Verfügung. Man war auf Zuweisungen von staatlichen Stellen angewiesen und die fielen, wenn sie denn erfolgten, oft recht dürftig aus.
Nach der Wende stand die Genossenschaft, wie fast alle Wohnungsunternehmen, vor der großen Herausforderung, den über 40 Jahre angestauten Instandsetzungsbedarf so schnell wie möglich abzubauen und dabei immer im Blick zu behalten, sich finanziell nicht zu übernehmen. In der Zeit von 1991 bis 2014 hat die Genossenschaft insgesamt 6,4 Millionen Euro für die Instandsetzung und Modernisierung der Häuser und Wohnungen ausgegeben, davon 70 Prozent Eigenmittel. Das Ergebnis: Ihr gesamter Gebäudebestand befindet sich in einem guten Zustand, der Modernisierungsgrad liegt bei 70 Prozent.
Abschließend wies Vorstandsvorsitzende Frau Wolter darauf hin, dass die Genossenschaft ihre Erfolge vor allem auch dem Engagement und dem Gemeinschaftssinn ihrer Mitglieder zu verdanken hat.
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