GESUNDHEITSBERICHT 2008: BERLINER WERDEN IMMER ÄLTER

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Seit Anfang der 90iger Jahre hat sich die Lebenserwartung der Berliner um durchschnittlich 4,8 Jahre erhöht. Frauen werden heute im Schnitt 82,2 Jahre alt, Männer 77,1 Jahre. Doch mit dem Alter steigt auch die Unfall- und Verletzungsgefahr im Alltag. Dies sind zentrale Ergebnisse des Gesundheitsberichts, den Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher am 13. Mai vorstellte. Der jährliche Gesundheitsbericht gibt einen umfassenden Überblick über den Gesundheitszustand der Berliner und das Gesundheitswesen in der Stadt. Schwerpunkt des diesjährigen Berichts ist die Gesundheit von über 50-Jährigen sowie deren gesundheitliche und soziale Versorgung.Wie bereits in den Vorjahren, so bestätigt der Bericht auch diesmal, dass die Lebenserwartung klar von sozialen Faktoren abhängt. So schwankt die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen zwischen ärmeren und wohlhabenderen Stadtteilen um bis zu  3,2 Jahre (Friedrichshain-Kreuzberg: 80,5 / Treptow-Köpenick: 83,7), bei den Männern liegt die Spanne sogar bei 4,3 Jahren (Friedrichshain-Kreuzberg: 74,8 / Charlottenburg-Wilmersdorf: 79,1) (vgl. Abb.)Insgesamt lebten in Berlin im Jahr 2007 3.416.255 Menschen, das waren 12.000 mehr als ein Jahr zuvor. Mit der steigenden Zahl der Bevölkerung nahm auch die Zahl der älteren Bevölkerung (über 50 Jahre) zu, und zwar um 13.800 auf 1.261.085 Personen. Das Durchschnittsalter der Berliner betrug 42,5 Jahre. Bis zum Jahr 2030 erwarten die Demoskopen nach einem Bericht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein Bevölkerungswachstum von 1,7 Prozent bzw. einem Plus von 60.000 Einwohnern. Dabei wird eine Abnahme der erwerbsfähigen Personen bis 65 Jahre um 5,1 Prozent vorausgesagt, während die Gruppe der über 65-Jährigen um 30 Prozent zunehmen wird. Die Zahl der Hochbetagten (90+) wird sich mit einem Zuwachs von 90 Prozent nahezu verdoppeln. Insgesamt wird damit gerechnet, dass im Jahr 2030 43 Prozent der Bevölkerung älter als 50 Jahre sein wird. Dabei wird der Anteil dieser Altersgruppe in den Bezirken Steglitz-Zehlendorf (50,2%), Charlottenburg-Wilmersdorf (48,9%), Marzahn-Hellersdorf (48,7%) und Reinickendorf (48,6%) besonders hoch ausfallen (vgl. Abb.)Ende 2007 waren rund 96.000 Berlinerinnen und Berliner pflegebedürftig – die Mehrheit von ihnen war 65 Jahr und älter. Damit ist die Zahl der Pflegebedürftigen seit 1999 um fast 19 Prozent gestiegen. Dabei werden fast zwei Drittel der Betroffenen im häuslichen Umfeld gepflegt, während 28 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen in der Stadt (31 % bei den Frauen und 22 % bei den Männern) stationär (in Pflegeheimen etc.) betreut werden. Statistisch gesehen sind Frauen die letzten vier Jahre auf Pflege angewiesen, was immerhin 4,8 Prozent ihres Lebens entspricht. Bei den Männern, die insgesamt weniger Pflege- und Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen, sind des 2,1 Jahre (2,7%).Dabei nimmt durch Mobilität, Selbständigkeit und Lebensqualität gerade in höherem Alter das Risiko von schweren Unfällen und Verletzungen zu: In den letzten Jahren wurden in Berlin pro Tag 800 Klinikbetten für die Behandlung von über 60-jährigen benötigt, die nach Unfällen, Verletzungen oder Vergiftungen einer Krankenhausbehandlung bedurften. Damit war fast jeder Zweite, der nach einer Verletzung stationär in einer Klinik behandelt wurde, älter als 60. Insgesamt waren 93 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer, die durch einen Unfall zu Tode kamen, älter als 65 Jahre. Download des gesamten Gesundheitsberichts:www.berlin.de/sen/statistik/gessoz/gesundheit/basis.html