Die Preise für Wasser, Strom, Gas und Müllentsorgung steigen seit Jahren. Der Endverbraucher kann sich kaum wehren - ihm bleibt nur das Energie-Sparen. Auch das einzelne Wohnungsunternehmen kann wenig ausrichten. Nur gemeinsam lässt sich erfolgreich dagegenhalten. Wie? Darüber sprach die Mieterzeitung der "Gilde" Heimbau Wohnungsbaugesellschaft mbH kürzlich mit dem BBU-Referenten für Technik, Siegfried Rehberg.
Was macht der Verband für seine Mitglieder?Wir verhandeln immer wieder mit den Energieversorgern, arbeiten an mehr Transparenz bei den Tarifen und fördern das Betriebskostenmanagement bei den Wohnungsunternehmen.Konkret. Was tun Sie gegen die Strompreise?Um bessere Strompreise zu bekommen haben wir seit 1999 so genannte Rahmenverträge abgeschlossen. So konnten unsere Mitgliedsunternehmen 1-2 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche im Monat einsparen. 2003 wurden die Bedingungen schlechter und wir haben keine weiteren Rahmenverträge mehr abgeschlossen, sondern mit 32 Unternehmen eine Einkaufsgemeinschaft gegründet und eine Ausschreibung gemacht. So können die beteiligten Unternehmen den Wettbewerb ausnutzen und entscheiden, ob es für sie günstiger ist bei der Bewag zu bleiben oder zur „Lichtblick GmbH“ zu wechseln. Dass die Bewag nicht mehr das Monopol hat, ist unser wichtigster Erfolg. Übrigens hat der Ökostromanbieter „Lichtblick“ auch den Mietern des stromabnehmenden Unternehmens ein günstiges Angebot gemacht.Wie sieht es beim Wasser aus? Da sind die Preissteigerungen am heftigsten. Wasser ist unser größtes Problem. Im Schnitt zahlt z.B. ein Berliner Haushalt 200 Euro mehr für Wasser im Jahr als ein Münchner. 2004 wurden in Berlin die Preise um 15 Prozent erhöht, 2005 um weitere 5 Prozent und für 2006 werden noch einmal 5 Prozent Erhöhung erwartet. Deshalb fordern wir Einsicht in die Tarifkalkulation und haben im Mai Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Leider kann das 2, 3 oder 4 Jahre dauern. Bis dahin zahlen die Unternehmen ihre Rechnungen unter Vorbehalt, um später eventuell Rückzahlungen durchsetzen zu können.Die nächste Gaspreiserhöhung ist angekündigt. Können Sie dagegen steuern?Ende der 90er Jahre haben wir uns mit der Gasag an einen Tisch gesetzt und Vertragsbausteine ausgehandelt. So konnten unsere Mitgliedsunternehmen bessere Sonderverträge aushandeln. Auch hier haben wir durch unsere Gespräche schon mehr Transparenz als früher. Allerdings sind die Preise für Erdgas an den Ölpreis gekoppelt. Hier wird der „BBU“ versuchen, die schon länger bestehende Forderung nach Entkopplung und Schaffung eines funktionierenden Gasmarktes mit dem „GdW“ und anderen Verbraucherverbänden durchzusetzen. Das ist ein schwieriges Unterfangen.Wieviel Müllkosten müssen wir uns leisten?Nach der Wende wurden in Berlin die Mülltarife erhöht, weil man Geld zur Sanierung der Deponien brauchte. Aber Ende der 90er sind die Kosten für Müllentsorgung wieder gesunken. Was auch am Abfallmanagement liegt, das die Wohnungsunternehmen eingeführt und so die Müllmenge verringert haben. In Berlin zahlen wir übrigens für die Müllentsorgung rund 50 Prozent weniger als sie z. B. in Essen oder Düsseldorf kostet.Wie geht es weiter?Wir werden uns weiter um Transparenz bei allen Anbietern bemühen, den Wettbewerb fördern und die Wohnungsunternehmen dabei unterstützen mit dem richtigen Management die Betriebskosten weiter senken zu können. Immerhin waren sie in den Jahren 2003/2004 schon niedriger als Mitte der 90er Jahre.Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der "Gilde" Heimbau Wohnungsbaugesellschaft mbH