"Wir brauchen eine Lösung der Altschuldenfrage, um den dringend notwendigen Stadtumbau in Ostdeutschland und damit die weitere positive Entwicklung der ostdeutschen Städte nicht zu gefährden", erklärte Lutz Freitag, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen anlässlich der Veröffentlichung des vierten Statusberichts zum Bundesprogramm "Stadtumbau Ost" durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Die Veröffentlichung immer umfangreicherer Papiere sei kein Ersatz für das dringend erforderliche politische Handeln.
Für die zweite Phase des Stadtumbaus Ost ab 1. Januar 2010 gibt es bisher noch keine Altschuldenhilferegelung. Ohne eine Altschuldenhilfe könnten die in den Regionalverbänden des GdW organisierten Wohnungsunternehmen in den Jahren 2010 bis 2012 nur noch rund 20.000 Wohneinheiten abreißen. Das wären nur 20 Prozent der in diesen drei Jahren eigentlich notwendigen Wohnungsabrisse. Dies hat eine aktuelle Umfrage bei den Mitgliedsunternehmen der GdW-Regionalverbände in Ostdeutschland ergeben. "Damit bliebe die Abrisstätigkeit weiter hinter den eigentlichen Erfordernissen zurück. Denn für einen erfolgreichen Stadtumbau Ost bleibt die Notwendigkeit, von 2010 bis 2016 bis zu 250.000 Wohnungen - das wären pro Jahr 33.000 - in Ostdeutschland vom Markt zu nehmen", erklärte Freitag. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Mit einer neuen Anschlussregelung für die Altschuldenhilfe von ca. 55 Euro pro Quadratmeter würde sich die Abrissquote bei den Wohnungsunternehmen in Richtung auf die notwendige Zielgröße erhöhen lassen. "Das zeigt deutlich: Ohne Altschuldenregelung müssen wir uns vom bisher so erfolgreichen Verlauf des Stadtumbaus in Ostdeutschland verabschieden", so Freitag. Er forderte die Bundesregierung auf, einen Lösungsansatz zu präsentieren, nachdem auch ein vom BMVBS in Auftrag gegebenes Gutachten eine Altschuldenentlastung als förderlich für den Erfolg des Stadtumbaus Ost bewertet. "Sonst wird der Leerstand in Ostdeutschland wieder ansteigen", prognostizierte Freitag.
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