Mit großer Sorge verfolgt die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft die Pläne der Kabel Deutschland (KDG) und Orion Cable über eine neue Aufteilung des Kabelmarktes. Danach wird die KDG auf die Übernahme der Primacom verzichten und im Gegenzug die Netze der Orion Cable (TeleColumbus-Gruppe) in der Region Nord (Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern) sowie in Bayern, Rheinland-Pfalz und Saarland erhalten.
"Durch diese Marktaufteilung wird der ohnehin schön spärliche Wettbewerb in den genannten Regionen beseitigt", warnt Lutz Freitag, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. Die negativen Auswirkungen der Verschmelzung eines marktstarken agierenden Gebäudenetzbetreibers und eines Telekom-Nachfolgeunternehmens als Eigentümer der Straßenverteilnetze hätten, so Freitag, die Wohnungsunternehmen und Mieter in den Regionen Nordrhein-Westfalen und Hessen bereits in Form drastischer Erhöhungen im Jahr 2006 bei den Kabelgebühren zu spüren bekommen. Erneut fordert der GdW-Präsident, dass wieder strengere ordnungspolitische Grundsätze an Übernahmen und Verschmelzungen auf den Kabelmärkten angelegt werden müssten. "Der Wettbewerb wird zusätzlich dadurch eingeschränkt, dass nunmehr sowohl auf Seiten privater TV-Sender als auch auf Seiten marktbeherrschender Kabelnetzbetreiber ausschließlich Finanzinvestoren das Zepter in der Hand halten. Das lässt auch für die derzeit noch nicht betroffenen Regionen Berlin-Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen keine positive Wettbewerbsprognose erwarten". Wohnungsunternehmen und Mieter befänden sich dadurch in einer Doppelzange von Inhalteproduzenten und Kabelnetzbetreibern."Wenn kein alternativer Anbieter mehr vorhanden ist, ist auch die beste Wettbewerbsbehörde machtlos", sagt Freitag. Der GdW-Präsident fordert daher das Bundeskartellamt auf, einer weiteren Oligopolbildung auf den TV-Kabelmärkten nicht zuzustimmen. "Konkret wende ich mich auch an die Bundesnetzagentur und das zuständige Bundeswirtschaftsministerium für Wirtschaft und Technologie, auch durch Einführung eines obligatorischen Vorab-Genehmigungsverfahrens für Preiserhöhungen durch Telekom-Nachfolgegesellschaften den Wettbewerb auf den Kabelmärkten nicht vollständig zu beerdigen", fordert Freitag.