Die Auswertung der vom Bundeskartellamt erstellten Gaspreisdatenbank ergab für das Land Brandenburg Preisunterschiede von bis zu 19% zwischen einzelnen Anbietern. Vor diesem Hintergrund fordert Ludwig Burkardt, Vorstandsmitglied des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU), von den Versorgungsunternehmen mehr Transparenz bei ihrer Preisgestaltung. Er kündigte zudem die Einrichtung einer BBU-Preisdatenbank an, die neben den Gaspreisen regionaler Anbieter auch andere Kosten beinhalten werde.
Es sei schwer nachvollziehbar und "erklärungsbedürftig", wie die Gaspreisunterschiede von bis zu einem Fünftel zu Stande kämen, so Burkardt. So würden beispielsweise in Lübben für die Lieferung von 90.000 kWh rund 4.325 Euro berechnet, während es in Spremberg 5.151 Euro seien – eine Differenz von 826 Euro oder 19%. Bei einer Abnahmemenge von 35.000 kWh fielen in Bernau 1.827 Euro an, in Ludwigsfelde hingegen 2.060 Euro, ein Unterschied von 233 Euro bzw. knapp 13%. Da sich unter den Mitgliedsunternehmen des BBU viele Großabnehmer befänden, würden sie von solchen Spannen besonders betroffen. Die Zahlen des Bundeskartellamts seien für ihn jedoch nicht unerwartet gewesen, erklärte Burkardt. "Der BBU hat schon vor einiger Zeit damit begonnen, eine Datenbank mit den Preisen von Versorgungs- und Entsorgungsdienstleistungen in Berlin und dem Land Brandenburg zu erstellen. Die dabei festgestellten Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern sind teilweise beträchtlich." Diese Datenbank werde neben den Gaspreisen auch die Entgelte u.a. für Strom, Frisch- und Abwasser sowie die Abfallentsorgung enthalten. Burkardt kündigte an, dass Mitte Februar 2007 ein auf ihrer Grundlage erstelltes Ranking aller Anbieter in Berlin und dem Land Brandenburg der Öffentlichkeit vorgestellt würde. Ziel sei dabei die Schaffung von mehr Transparenz in einem "unnötig diffusen Markt". Unter dem Dach des BBU sind 363 Wohnungsbaugesellschaften und –genossenschaften der Länder Berlin und Brandenburg vereinigt. Die von den BBU-Mitgliedern verwalteten ca. 1,11 Millionen Wohneinheiten stellen 30 % des Wohnungsbestandes in Brandenburg und 38 % aller Wohnungen in Berlin dar.