EXISTENZGRÜNDER ÜBEN KRITIK AN DER KREDITVERGABE DER BANKEN

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Heftiger Vorwürfe von Existenzgründern mussten sich jüngst Vertreter mehrerer in Brandenburg tätiger Banken erwehren. Anlass war eine von den "Existenzgründer-Partnern Oderland" veranstaltete Gesprächsrunde im Frankfurter Business and Innovation Center. Die Institute scheuten das Risiko und ließen angehende Unternehmen im Regen stehen, so der Grundtenor der Veranstaltung, über die die Märkische Oderzeitung berichtete. Anfang der 90er Jahre sei es einfacher gewesen, „einen Kredit über fünf Millionen zu bekommen als heute einen über 50.000 Euro.“ so einer der Anwesenden. Selbst Kredite über wesentlich geringere Beträge zu bekommen, sei heute schwierig: „Ich wollte nur 2.500 Euro und sollte dafür eine Grundschuld eintragen lassen – das ist doch lächerlich“, berichtete eine Unternehmerin. Konzepte würden von den Banken häufig nicht gründlich genug geprüft, einzelne Branchen von vornherein ausgegrenzt und Ablehnungen nicht begründet. Die anwesenden Bankenvertreter bemühten sich, die Vorwürfe zu entkräften, berichtete die Zeitung weiter. Zwar wolle man die konkreten Beispiele prüfen, keine Bank könne es sich jedoch heute leisten, nur eine Idee oder Erfindung zu finanzieren, so Thomas Knothe von der Deutschen Bank. „Fachliche und kaufmännische Qualifikationen sind wichtig. Der Unternehmer muss den richtigen Standort haben und ein gutes Konzept – dann sind wir gern bereit, zu beraten und zu helfen“. Jörg Kernchen von der Berliner Volksbank verwies auf die enorme Zunahme von Gründungen: „In Berlin-Köpenick wollten innerhalb von zwei Monaten sechs Leute einen Frisörladen in derselben Straße eröffnen. Da kann man wirklich nur dem ersten und dem zweiten helfen.“ Dass es Risikobranchen gebe, bestätigte André Schneider von der Sparkasse Oder-Spree, „aber Ausschluss-Branchen gibt es bei uns nicht.“Auch von Unternehmen der Wohnungswirtschaft wird immer wieder über die zögerliche Kreditvergabepraxis der Banken berichtet. Der BBU fordert im Namen seiner Mitglieder eindringlich ein höheres Bewusstsein der Banken für das Wohlergehen der regionalen Wirtschaft: Banken dürfen sich nicht nur als Dienstleister in guten Zeiten verstehen. Im Interesse einer langfristig vertrauensvollen Geschäftsbeziehung zum beiderseitigen Nutzen müssen die Banken der regionalen Wirtschaft und vor allem den in ihren Geschäftsentscheidungen langfristig ausgerichteten Wohnungsunternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zur Seite stehen.