Am 13. Februar 2012 wurde im Foyer der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) die Wanderausstellung "Städtebauförderung im Land Brandenburg – mehr als ein Förderprogramm" eröffnet. Auf den sieben Säulen der Ausstellung werden Themen wie "Denkmalschutz", "Stadtentwicklung" oder "Zukünftiger Handlungsbedarf und Ausblick" präsentiert.
In seiner Begrüßung lobte IHK-Präsident Dr. Victor Stimming die Entwicklung der Städte in den letzten 20 Jahren. Ohne die Städtebauförderung sei diese kaum möglich gewesen. Ein wichtiges Aufgabenfeld für die Zukunft der Städte wird die energetische Sanierung sein. Hier sind die Eigentümer gefragt, entsprechende Maßnahmen umzusetzen und damit ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. "Gegenwärtig sind die Förderkriterien der energetischen Sanierung jedoch schwierig", so Stimming. Das Ziel sollte sein, attraktive Städte zu schaffen und die Zukunft gemeinsam zu gestalten.Vogelsänger will sich für Städtebau einsetzenJörg Vogelsänger, Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft, machte deutlich, dass sich die Städte im Land Brandenburg in den letzten Jahren gut entwickelt hätten und als Orte des Lebens, Wohnens und Arbeitens gestärkt wurden. Mit dem Slogan "Wer Gutes macht, soll auch darüber reden!" betonte er die Bedeutung der Ausstellung und wies darauf hin, dass in den Städten auch in Zukunft noch Einiges zu tun sei. Dies sei nur mit Städtebaufördermitteln möglich, für die er sich weiter einsetzen wolle.Die Reduzierung der Mittel zum Städtebau in den nächsten Jahren erfordere laut Vogelsänger einen effektiveren Einsatz der Gelder. Während 2009 noch 120 Millionen Euro zur Verfügung standen, sind es aktuell nur noch 68 Millionen Euro. Als zukünftige Handlungsschwerpunkte der Städtebauförderung benannte der Minister den Stadtumbau sowie den städtebaulichen Denkmalschutz. Eberswalde als Modellstadt vorgestelltFriedhelm Boginski, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Innenstadtforum Brandenburg und Bürgermeister der Stadt Eberswalde, gab beispielhaft für die Brandenburger Städte einen kleinen Rückblick auf die Entwicklung der Stadt Eberswalde seit 1990. Hervorgehoben wurde insbesondere die zunehmende Identifikation und Akzeptanz der Bürger mit ihrer Stadt. Neben der baulichen Aufwertung der Innenstadt wurde dies auch mit der Reihe "Guten Morgen Eberswalde" erreicht. Seit 2007 wird jeden Samstag der Marktplatz oder das unmittelbar angrenzende Paul-Wunderlich-Haus zur Bühne für Konzerte, Theater, Lesungen und weiteren Kulturangeboten. Insgesamt wurden 240 Millionen Euro in die Sanierung und Entwicklung der Stadt gesteckt. Die 30 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln lösten dabei achtmal so viel an privaten Mitteln aus. Neue Arbeitsplätze wurden geschaffen und auch in Zukunft steht die Stadt vor der Herausforderung, mit dem demografischen Wandel und strukturellen Veränderungen umzugehen. Künftig werden Klimaschutz, Energieeinsparung sowie Barrierefreiheit auf der Tagesordnung stehen. Die Städtebauförderung ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Instrument, den wachsenden Herausforderungen zu begegnen. Es ist daher wichtig, dass die Städtebauförderung nicht abbricht und die Städte als Anker im Raum auch in Zukunft unterstützt werden.Historisches Erbe der Städte bewahrenMatthias Klipp, Baudezernent der Stadt Potsdam, machte deutlich, wie wichtig es im Rahmen dieser Ausstellung sei, die Erfolge der Städtebauförderung zu dokumentieren und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügungen zu stellen. Von den sieben Säulen ist für ihn vor allem die siebte "Künftiger Handlungsbedarf" von Bedeutung, denn trotz guter Entwicklung ist auch Potsdam weiterhin auf die Unterstützung durch das Land angewiesen. Klipp zufolge wollten die Bürger das historische Erbe ihrer Städte bewahren und die Politik könne das durchaus für sich nutzen. Die Ausstellung läuft bis zum 13. März in den Räumen der IHK Potsdam in der Breiten Straße.
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