Die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach: „In den vergangenen Monaten wurde in Verbänden, Projekten, Bezirken und Senatsverwaltungen intensiv gearbeitet, um die Unterbringung und Versorgung von wohnungs- und obdachlosen Menschen in Berlin zu verbessern. Ich danke allen, die sich in den Arbeitsgruppen so engagiert und neue Ideen entwickelt haben. Nur gemeinsam mit den Akteuren der Wohlfahrtsverbände und Träger der Wohnungslosenhilfe können wir Fortschritte erzielen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden jetzt in einen Maßnahmenkatalog einfließen und Grundlage für die Neuausrichtung der Leitlinien der Wohnungslosenpolitik sein. Im kommenden Jahr wollen wir diese Leitlinien im Senat verabschieden. Jährliche Strategiekonferenzen zur Wohnungslosenhilfe sollen den Prozess der Umsetzung der Leitlinien dann begleiten.“
Zu den erarbeiteten Handlungsempfehlungen gehören:
1. Verbesserung der Datenlage
Einführung einer Wohnungslosenstatistik
Ausarbeitung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen auf Grundlage dieser Statistik
kontinuierliche Evaluation bereits vorhandener Angebote
2. Schaffung zielgruppenspezifischer Angebote
Ausbau der bereits vorhandenen zielgruppenspezifischen niedrigschwelligen Angebote unter Berücksichtigung besonders schutzwürdiger Personen (z. B. EU-Bürger*innen, junge Obdachlose, Frauen und Familien, LSBTTIQ)
Erleichterung des Zugangs zum niedrigschwelligen Hilfesystem
Flexibilisierung der Leistungstypen der Hilfen nach §§ 67 ff. SGB XII
Vorhalten von qualifiziertem Fachpersonal für die unterschiedlichen Zielgruppen (z. B. Sprachmittler*innen; Kinderbetreuung etc.)
Konzept zur Schaffung zielgruppenspezifischen Wohnraums, beispielsweise
- Schaffung von frauen- und familiengerechtem Wohnraum unter Berücksichtigung der Faktoren: Größe, Kosten, Infrastruktur wie Kita und Schule
3. Verbesserung der Informationsangebote / adressatengerechte Gestaltung
Vorhalten von umfangreichem Informationsangebot zu den Angeboten der Wohnungslosenhilfe – sowohl für die Hilfesuchenden als auch die Fachkräfte, unter Berücksichtigung folgender Gestaltungskriterien:
- aktuell
- umfassend
- niedrigschwellig
- einfache, verständliche und gendergerechte Sprache
- mehrsprachig
- vielfältig verfügbar (online, Telefon, gedruckt)
4. Einführung landesweit einheitlicher Standards
verbindliche Fortbildungen für Mitarbeiter*innen
berlinweite Vorgaben/Qualitätsmanagement für den Prozess der Übernahme von Mietschulden einschließlich eines Controllings im Sinne einer Anhebung der Bewilligungsquoten
einheitliche und verbindliche Mindeststandards im Bereich der ASOG-Unterbringung
5. Aufstockung des Personals und Ausbau der Beratungsstellen
mehr Personal in den bezirklichen Fachstellen sowie in den Unterkünften
Ausbau der Beratungsstellen und zielgruppenspezifischere Angebote sowohl hinsichtlich der Unterbringung als auch der Beratung, z. B.:
- Ausbau der Schuldnerberatung zur Verhinderung und Reduzierung von Verschuldung der Leistungsempfangenden
- Ausbau der allgemeinen unabhängigen Sozialberatung
- Mieterberatung
Stärkung der aufsuchenden Sozialarbeit
Schaffung von Clearingstellen: ämter- und rechtskreisübergreifend, im Zusammenwirken mit freien Trägern, inklusive aufsuchender Beratung
6. Förderung der Zusammenarbeit und des Informationsaustausches der unterschiedlichen Akteure
Entwicklung einer bezirklichen Fachstelle unter Federführung des Bezirks Mitte, die unter Wahrung des Datenschutzes mit verschiedenen Akteuren aus dem Bereich der Wohnungslosenhilfe kooperiert
Schaffung regionaler, rechtskreisübergreifender Netzwerke, (Zusammenbringen von z. B. Pflege, Hospiz und Wohnungsloseneinrichtungen)
Informationsweitergabe zwischen Beteiligten (Bezirken, Gerichte etc.) unter Wahrung des Datenschutzes erleichtern
klares Übergangsmanagement bei Wechseln der Zuständigkeiten, wie z. B.
- Volljährigkeit
- Rechtskreiswechsel
- örtliche Zuständigkeiten
- Berücksichtigung der Schnittstellen der unterschiedlichen Sozialleistungssysteme, um systembedingte Brüche zu minimieren
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen: www.berlin.de/sen/soziales/themen/wohnungslose/strategiekonferenzen-wohnungslosenhilfe/
Ansprechpersonen