ENTWICKLUNG VON BETRIEBEN UND BESCHÄFTIGTEN IN BRANDENBURG

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Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit führt in Zusammenarbeit mit dem Brandenburger Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie seit 1996 jährlich eine Arbeitgeberbefragung in brandenburgischen Betrieben durch. Im Jahr 2004 fand diese Befragung zum 9. Mal statt, deren Auswertung jetzt veröffentlicht wurde. Der BBU hat die wesentlichen Ergebnisse zusammengefasst. Ziel dieser Arbeitgeberbefragung ist es, aktuelle und repräsentative Daten über die Beschäftigungsentwicklung und deren Bestimmungsgrößen in Brandenburg zu erhalten.Sie ist in der Reihe Forschungsberichte Nr. 27 veröffentlicht. Die dort dargestellten Informationen und ihre Zusammenhänge liefern wertvolle Informationen, auch für die Beurteilung der Entwicklung der Wohnungsteilmärkte.1. Betriebs- und BeschäftigungsentwicklungDie Anzahl der bestehenden Betriebe in Brandenburg ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Wesentlich zu der negativen Entwicklung trugen das Baugewerbe sowie der Bereich Reparatur bei, auf die fast 60 % aller Verluste im betrieblichen Bestand seit dem Jahre 1999 zurück geführt werden können. Der Beschäftigungsrückgang hat sich in Brandenburg zwischen Mitte 2003 und Mitte 2004 mit ca. 7.000 Beschäftigten fortgesetzt, wenn auch im Vergleich zu den Vorjahren in abgeschwächter Form. Dabei zeigt die Untersuchung, dass unternehmensnahe Dienstleistungen sowie das Gesundheits- und Sozialwesen Beschäftigungszuwächse verzeichnen konnten. Im verarbeitendem Gewerbe setzte sich der Stabilisierungsprozess der vergangenen Jahre fort.2. Flexible Beschäftigungsverhältnisse Fast 30 % aller Beschäftigungsverhältnisse im Land Brandenburg bestehen inzwischen aus flexiblen Beschäftigungsverhältnissen (Minijobs, ABM, SRM, BSI, befristet, Leiharbeit, Midijobs, Kurzarbeit, Teilzeit). Dabei ist der Trend zu verzeichnen, dass sich nicht nur die Anzahl der Arbeitsverträge erhöht hat, sondern auch die Vielfalt der nicht standardisierten Arbeitsverträge zugenommen hat.So gab es im Land Brandenburg Ende des Jahres 2004 ca. 160.000 Teilzeitbeschäftigte. Im Vergleich zu 1996 ist der Anteil der Teilzeitbeschäftigten von 13 % auf 20 % gestiegen. 78 % der Teilzeitbeschäftigten im Land Brandenburg sind Frauen. Bemerkenswert ist dabei die Strukturveränderung innerhalb der Teilzeitarbeit. Die Minijobs als Bestandteil der Teilzeitarbeit im Land Brandenburg sind sowohl in ihrer absoluten Zahl sowie in ihrem Beschäftigtenanteil zu Lasten der sozialversicherungspflichtigen Teilzeitarbeit gestiegen. Ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Teilzeitbeschäftigten ist für Organisationen ohne Erwerbscharakter kennzeichnend. Auch der gesamte Dienstleistungssektor hat mit 27 % eine überdurchschnittliche Teilzeitquote, die sich vor allem aus den Bereichen Erziehung und Unterricht (30 %) sowie Gesundheits- und Sozialwesen (32 %) ergibt. Auch der Bereich Handel/Reparatur, die öffentliche Verwaltung sowie die übrigen Dienstleistungen weisen mit jeweils über 20 % hohe Werte auf. Im verarbeitenden Gewerbe sowie in der Land- und Forstwirtschaft sind es dagegen nur rund 10 % der Erwerbstätigen. Die durchschnittliche Länge einer Teilzeitbeschäftigung im Land Brandenburg beträgt 23 Stunden je Woche und liegt damit deutlich höher als in Westdeutschland mit 18 Stunden.Befristete Arbeitsverhältnisse gab es Mitte 2004 in einer Größenordnung von 70.000 Beschäftigten. Somit hatten 8 % der Beschäftigten einen befristeten Arbeitsvertrag.Einen besonders hohen Anteil haben im Land Brandenburg mit 64 % Organisationen ohne Erwerbscharakter sowie der Bereich Erziehung und Unterricht mit 26 %.Mit zunehmender Betriebsgröße steigt der Anteil der befristet Beschäftigten.44 % der befristet Beschäftigten im Land Brandenburg sind in Betrieben mit 100 Beschäftigten und mehr tätig. Die Ursachen für eine befristete Beschäftigung lagen im Land Brandenburg zu 41 % in der Inanspruchnahme einer öffentlichen Beschäftigung. Fast jeder zweite Betrieb mit über 20 Beschäftigten gibt die Inanspruchnahme einer öffentlichen Förderung als Hauptgrund für ein befristetes Arbeitsverhältnis an.Bei den geringfügig Beschäftigten (Minijobs) ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Von den 66.000 Betrieben im Land Brandenburg mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hatten am 30.06.2004 30 % geringfügige Beschäftigungsverhältnisse. Das waren absolut knapp 60.000 Personen. Mit Werten von ca. 40 % liegen die Betriebe der öffentlichen Verwaltung, das Gesundheits- und Sozialwesen, Organisationen ohne Erwerbscharakter sowie Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft an der Spitze der Skala.1 % aller Beschäftigten im Land Brandenburg hatten am 30.06.2004 Leiharbeitsverhältnisse (6.000).3. Betriebliche ArbeitszeitenDer Beschäftigte im Land Brandenburg arbeitet im Durchschnitt länger als der westdeutsche Beschäftigte.Zum einen ist die durchschnittlich vereinbarte Wochenarbeitszeit für Vollbeschäftigte im Land Brandenburg um etwa 1,2 Stunden länger als in Westdeutschland.Zweitens ist die Zahl der Feiertage in den neuen Bundesländern geringer, drittens ist der Grad der Teilzeitarbeit im Land Brandenburg niedriger als in Westdeutschland und viertens ist die dabei vereinbarte Wochenarbeitszeit der Teilzeitbeschäftigten im Land Brandenburg 5 Stunden länger.4. Ältere Arbeitnehmerinnen und ArbeitnehmerCa. 52 % der Brandenburger Betriebe beschäftigen ältere Arbeitsnehmer/innen, die 50 Jahre und älter sind. Das sind 20 % aller Beschäftigten. Die Unternehmen geben grundsätzlich eine positive Einschätzung für diese älteren Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ab. Allerdings schlägt sich das nicht in Einstellungszahlen nieder. Gemessen an der im ersten Halbjahr 2004 zuletzt besetzten Stelle im Betrieb, sind mit 16 % unterdurchschnittlich viele Ältere eingestellt worden.5. AusbildungDie Zahl der Auszubildenden, wie auch die Quote der Auszubildenden sind im Land Brandenburg seit Jahren stabil. Etwa 5 % der für das Ausbildungsjahr 2003/2004 angebotenen Ausbildungsplätze blieben insbesondere wegen fehlender geeigneter Bewerber unbesetzt. Der Hauptgrund waren die unzureichenden schulischen Kenntnisse der Bewerber.Die Gruppe der Ausbildungsberechtigten, aber nicht ausbildenden Betriebe, bilden mit 27 % ein beachtliches Potenzial für ein höheres Ausbildungsplatzangebot.Das komplette Dokument ist als PDF-Datei verfügbar. Ergebnisse der neunten Welle des Betriebspanels Brandenburg

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