ENERGETISCHE MODERNISIERUNG: BBA-TAGUNG BRINGT WOHNUNGSWIRTSCHAFT AUF DEN NEUESTEN STAND

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Auf ihrer 11. Jahrestagung "Energieeffizienz von Wohngebäuden" konnte die BBA am 17. und 18. November 2008 über 100 Teilnehmer begrüßen. Zum Tagungsauftakt diskutierten BBU-Vorstand Ludwig Burkardt, Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär im Bundesbauministerium, Rüdiger-Peter Quint, Geschäftsführer der GASAG WärmeService GmbH und der Mieterbund-Präsidenten Dr. Franz-Georg Rips Handlungsansätze über die Erfüllung steigender Klimaschutzanforderungen. Einigkeit herrschte darüber, dass die jetzigen gesetzlichen Vorgaben kein Optimum darstellen. Vor der Einführung neuer Regelungen sollten zunächst vorhandene Vorgaben umgesetzt und bewertet werden. Streitthema war das Contracting, dessen Wirtschaftlichkeit nach Ansicht von Dr. Lütke Daldrup noch längst nicht erwiesen ist. Rüdiger Peter Quint betonte, dass in diesem Bereich Einsparungen von 20 Prozent ohne größeren Aufwand machbar seien.Als die Leitfrage des zweiten Tages der Veranstaltung formulierte dessen Moderator Siegfried Rehberg, technischer Referent beim BBU und GdW die folgenden: Welche Potenziale für Energieeinsparung und CO2-Minderung bestehen noch in der Wohnungswirtschaft und wie können sie erschlossen werden? Ingrid Vogler, ebenfalls technische Referentin bei BBU und GdW, zeigte, dass von der europäischen Ebene viele Neuregelungen für die Gebäude-Energieeffizienz zu erwarten sind. Gleich fünf Richtlinien werden zurzeit novelliert, eingeführt oder vorbereitet.Bei der Umsetzung energetischer Maßnahmen bleibt die KfW laut Falk Nitzsche, Handlungsbevollmächtigter derselben, ein verlässlicher Finanzierungspartner. Die Förderprogramme werden ab dem nächsten Jahr mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet und kundenfreundlicher strukturiert.Frank Peter, Energieexperte der Prognos AG, wagte den Blick in die Glaskugel und stellte eine Energiepreis-Prognose für die nächsten 20 Jahre vor. Danach werden sich nach einer kurzen Erholung im Jahr 2009 die Preise für Haushaltskunden bis 2030 voraussichtlich verdoppeln.Peter Stubbe und Dr. Frank Pinsler berichteten über ihre wohnungswirtschaftlichen Energie-Strategien. In den Plattenbaubeständen der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft wurde ein Standard erreicht, der über gesetzlichen Forderungen hinausgeht, so Peter Stubbe. Ein Schwerpunkt der durchgeführten Maßnahmen lag auf geringinvestiven Maßnahmen. Dr. Pinsler präsentierte die Ergebnisse einer Portfolioanalyse für den gesamten Bestand der Ulmer Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft mbH (UWG). Die UWG entschied, bevorzugt Investitionen mit hoher energetischer Wirkung zu tätigen und in breite Bestände anstatt in Einzelobjekte zu investieren.Thomas Schulz von der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft mbH berichtete über die Anlagen-Optimierung in mehreren Wohnblöcken. Diese verringerte innerhalb von zwei Jahren den Energieverbrauch der Raumheizung um  76 Prozent - bei Sanierungskosten von 24,92 Euro pro Quadratmeter.Im Themenblock "Kraft-Wärme-Kopplung in Wohngebäuden" zeigte Kerstin Kallmann von der Berliner Energieagentur, wie KWK-Anlagen gefördert werden und welche Kriterien dabei einzuhalten sind.Dr. Guido Bruch, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch,  berichtete, dass bereits im nächsten Jahr die breite Markteinführung diverser Mini-KWK-Anlagen geplant ist. Nach seinen Aussagen stehen Mikro-KWK-Anlagen derzeit an der Schwelle zur Marktreife. Auf dem Weg zum Betrieb einer KWK-Anlage musste der WEG-Verwalter Alfred Haack diverse Probleme mit dem örtlichen Energieversorger und dem Finanzamt überwinden. Dennoch zog Haack das Fazit, dass bei einer guten Planung die Installation einer KWK-Anlage im Wohngebäude lohnt. Derzeit gebe es keine Alternative die sofort mehr zum Klimaschutz pro Euro Kapitaleinsatz beitrage.