Der bekannte Stadtsoziologe und "Miterfinder" des Quartiersmanagement Hartmut Häussermann ist nach schwerer Krankheit am 31. Oktober in Berlin verstorben.
"Wir bedauern es sehr, mit Prof. Dr. Hartmut Häussermann einen der engagiertesten Stadtforscher Deutschlands zu verlieren. Der ‚Miterfinder’ des Quartiersmanagements prägte die Berliner Stadtentwicklung über Jahrzehnte hinweg maßgeblich. Mit seinem sozialen Gespür und seiner weichenstellenden Arbeit setzte der Forscher wichtige Impulse wie zuletzt noch in diesem Sommer auf der BBU-Veranstaltung ‚Zukunft findet Stadt’, erklärte BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern.Häussermann war ein ständiger Ratgeber der Politik und der Wohnungswirtschaft, der nicht bloß kritisierte und warnte, sondern der sozioökonomische Gesetzmäßigkeiten immer mit praktischen, anwendbaren Konzepten verknüpfte. Seine Lebensthemen waren die soziale und wirtschaftliche Ausgrenzung von Bevölkerungsgruppen und die ungleichen Chancen bei der Aneignung von Wissen und Bildung. Mit seinen detaillierten Analysen der Stadt nach sozialen Dimensionen und Kriterien, wie z.B. Gentrifizierung, Ghettobildung oder zuletzt der demografischen Entwicklung, gab der streitbare Stadtforscher der Berliner Stadtpolitik und Wohnungswirtschaft wichtige Anregungen und Impulse für den Aufbau eines Frühwarnsystems gegen städtische Fehlentwicklungen. So trug das von ihm gemeinsam mit dem Sozialwissenschaftler Andreas Kapphan entwickelte Konzept des innerstädtischen Quartiersmanagements maßgeblich dazu bei, soziale Brennpunkte zu entschärfen und der Spaltung in arme und reiche Viertel erfolgreich entgegenzuwirken. Nicht zuletzt ihm und seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass der Gemeinschaftsgedanke in der Berliner Stadtentwicklungspolitik reaktiviert wurde. "Die Spuren, die Prof. Dr. Häussermann hinterlässt, werden noch sehr lange sichtbar sein. Wir haben ihn beruflich wie persönlich sehr geschätzt und möchten seiner Familie unser tiefes Mitgefühl aussprechen. Wir wünschen den Angehörigen für die Zukunft viel Kraft und Zuversicht", so Maren Kern.
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