EDUARD PESTEL INSTITUT: WIRTSCHAFTLICHE BEDEUTUNG DES WOHNUNGSBAUS

PDF
Würden in Deutschland Wohnungen entsprechend dem tatsächlichen Bedarf gebaut, würde dies rund 745.000 Arbeitsplätze in der Bauindustrie schaffen und dem Staat Mehr-Einnahmen von 20 Milliarden Euro bescheren. Dies geht aus einer Studie des Eduard-Pestel-Instituts hervor. Die kürzlich vorgelegte Studie "Wirtschaftliche Auswirkungen des Wohnungsneubaus in Deutschland" wurde im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel e.V., der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau e.V. und dem BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. erstellt.Nach ihr befindet sich der Wohnungsneubau in Deutschland seit 2008 auf einem historischen 50-Jahres-Tief. Für das laufende Jahr rechnet das Pestel-Institut mit dem Neubau von rund 90.000 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie von rund 60.000 Geschosswohnungen. Nach institutseigenen Berechnungen wäre aber ein Neubau-Volumen von 190.000 Einfamilienhäusern und 210.000 neuen Geschosswohnungen notwendig (vgl. hierzu "Wohnungsmangel in Deutschland?", Quelle siehe unten).Laut Pestel-Institut führt die Errichtung eines durchschnittlichen Einfamilienhauses zu einer Vollzeitbeschäftigung von vier Arbeitnehmern für ein Jahr. Der Bau einer Geschosswohnung beschäftigt 2,3 Vollzeit-Kräfte für ein Jahr. Um zu ermitteln, welche Steuern und Sozialabgaben dem Staat durch den Wohnungsneubau zufließen, verwendet das Institut eine Überschlagsbetrachtung. Sie bezieht zum einen die Mehrwertsteuer auf die Bauleistung sowie die Grunderwerbssteuer ein. Zum anderen berücksichtigt sie die aus der Beschäftigung erwachsenden Einkommenssteuerzuflüsse und Sozialabgaben.Danach führt das gegenwärtige Neubauvolumen zur Beschäftigung von rund 500.000 Arbeitskräften und zu Einnahmen des Staates und der Sozialsysteme von rund 13 Milliarden Euro jährlich. Würde der Neubau auf das Niveau von 190.000 Einfamilienhäusern und 210.000 Geschosswohnungen erhöht, so würde dies knapp 1,25 Millionen Menschen Arbeit verschaffen, was bedeutet, dass 745.000 neue Arbeitsplätze in der Bauindustrie entstehen würden. Staat und Sozialsystemen würden zusätzliche Einnahmen von rund 20 Milliarden Euro verbuchen, die Gesamtsumme der Steuereinnahmen und Sozialabgaben aus dem Baubereich würde damit auf 33 Milliarden Euro steigen. Download der zitierten Studien:www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de