Die Wohnungswirtschaft unterstütze die zunehmende Verbreitung digitaler Medienangebote im Kabel. Mit diesen Worten eröffnete GdW-Präsident Lutz Freitag das dritte GdW-Kabelforum, das am 13. und 14. Juni in Berlin durchgeführt wird.
Ein Hindernis für mehr Programme in den Netzen der Wohnungsunternehmen bilde das derzeitige Urheberrecht. Der GdW setze sich für die Abschaffung des § 20b Abs. 2 Urheberrechtsgesetz ein. Mit ihm werde zur Zeit ein Anspruch auf Zahlung von Urhebervergütungen an die einschlägigen Verwertungsgesellschaften begründet, sobald ein Wohnungsunternehmen z.B. per Satelliten-Kopfstation Programminhalte empfängt und in die eigenen Hausverteilnetze einspeist. "Soweit keine wirtschaftlichen Vorteile erzielt werden, ist ein zusätzlicher Vergütungsanspruch nach unserer Auffassung nicht gerechtfertigt, der letztendlich von den den Mietern und Genossenschaftsmitgliedern bezahlt werden müsste, während Einzelhausbesitzer, die häufig finanziell viel besser gestellt sind, diese Belastungen bei gleicher Fernsehversorgung nicht hätten", kritisierte Freitag. Dennoch habe der GdW, um den Wohnungsunternehmen eine rechtssichere Einspeisung in die Kabelnetze zu ermöglichen, entsprechende Gesamtverträge mit den Rechteinhabern abgeschlossen. Schon jetzt zeichne sich ab, dass die Rechteinhaber künftig noch höhere Gebühren durchsetzen wollten. Eine Abschaffung der entsprechenden Regelung sei dringend geboten und möglich, ohne dass die Rechteinhaber auf eine angemessene Abgeltung verzichten müssten. Die Zukunft sei digital - auch in der Medienversorgung. Zu den Vorteilen der digitalen Übertragung gehörten mehr Programme und Dienste, eine verbesserte Qualität in Bild und Ton, höhere Übertragungskapazitäten, attraktive Zusatzdienste und Hintergrundinformationen zu laufenden und künftigen Sendungen sowie die elektronische Videothek. Die künftigen "Treiber der Digitalisierung" seien eine schnelle Internetanbindung über das Kabel sowie das hochauflösende Fernsehen (HDTV). Schon heute würden etwa 150 Programme in digitaler Technik angeboten. Allerdings wüssten viele Menschen nicht, dass digitale Programme über die Antennendosen in den meisten Wohnungen längst verfügbar seien. Fälschlicherweise werde oft digitales Fernsehen mit Bezahl-Fernsehen gleichgesetzt. Tatsächlich gebe es im Kabel zahlreiche digitale "Free-TV-Sender" wie ARD, ZDF, KiKa, arte, Phönix, alle Dritten sowie sechs zusätzliche digitale öffentlich-rechtliche Programme. Der GdW-Präsident kritisierte, dass die großen privaten Sendeanstalten einer digitalen Übertragung ihrer Programme im Kabel noch immer nicht zugestimmt hätten. Er hoffe, dass bei den derzeitigen Verhandlungen mit Kabelnetzbetreibern bald eine "kundenfreundliche" Lösung gefunden werde. Als besonders bedeutsam bezeichnete Freitag die Verknüpfung technologisch gestützter wohnungswirtschaftlicher Serviceleistungen im Kabel. Unter dem Begriff "Die vernetzte Wohnung" würden einige Wohnungsunternehmen schon heute attraktive Dienstleistungen für Mieter anbieten. Das Spektrum reiche vom Einkaufen über eine spezielle TV-Fernbedienung bis hin zum automatischen Notruf und eine medizinische Beratung rund um die Uhr sowie Bild- und Sprachkontakte via TV-Bildschirm, Kamera und Mikrofon.