Die deutsche Industrieproduktion wird in diesem Jahr mit 3,6 Prozent noch etwas stärker zunehmen als im vergangenen Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 23/2006.
Demnach zeige sich zu einer starken Auslandsnachfrage, die in diesem Jahr auch aus dem Euroraum kommt, eine sich gut entwickelnde Inlandsnachfrage. Die Inlandsnachfrage nach Investitionsgütern käme von exportorientierten Unternehmen in Deutschland, die bei guten Gewinnaussichten zunehmend Kapazitätsengpässe hätten, so das DIW. Im Maschinenbau, der das Investitionsklima im Land am besten widerspiegele, sei deshalb mit einer Produktionssteigerung von 5 Prozent zu rechnen. Die Inlandsnachfrage nach langlebigen Konsumgütern werde durch Vorzieheffekte aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung 2007 beschleunigt. Davon profitierten die Gebrauchsgüterproduzenten und der Kraftwagenbau. Bei weiterhin gutem Auslandsgeschäft sei im Kraftwagenbau deshalb mit einem Wachstum von 4 Prozent zu rechnen. Angesichts der positiven Produktionsentwicklungen in der Investitions- und Gebrauchsgüterindustrie entwickele sich die inländische Nachfrage nach Vorleistungen, insbesondere der metallererzeugenden Industrie und der Herstellung von elektronischen Bauelementen, ebenfalls sehr dynamisch. Im Jahr 2007 wird das Wachstum deutlich niedriger als in diesem Jahr ausfallen, prognostiziert das DIW weiter. Die weltwirtschaftliche Dynamik werde nachlassen, und im Inland werde die Nachfrage nach Investitionsgütern und damit auch nach Vorleistungsgütern nicht mehr so stark steigen, die Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung sogar sinken. Deshalb sei für 2007 nur mit einem Wachstum von etwa 1,8 Prozent für die Produktion im produzierenden Gewerbe zu rechnen.