Einem Artikel der Berliner Zeitung vom 29.07.2008 ist zu entnehmen, dass Zuzahlungen an Arbeitnehmer zur Sicherung des Existenzminimums den Staat jährlich Milliardenbeträge kosten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund habe erstmals errechnet, dass allein für Vollzeitbeschäftigte Unterstützung mit Hartz IV-Leistungen bereits mit über zwei Milliarden Euro zu Buche schlagen. Rechne man noch die aufstockenden Leistungen hinzu, die darüber hinaus auch an Teilzeitbeschäftigte bezahlt würden, müsse der Staat – und damit die Allgemeinheit - rund 4,4 Milliarden Euro pro Jahr aufbringen.
Zwar habe es in der Zeit von 2005 bis Ende 2007 ein Fünftel weniger arbeitslose Hartz IV-Empfänger gegeben. Gleichzeitig sei jedoch die Zahl derjenigen gestiegen, die trotz Arbeit auf Hartz IV angewiesen seien. Allein die Zahl der Aufstocker, die einem Minijob nachgingen, sei um rund 28 Prozent in die Höhe gegangen, der Anteil der Hartz IV-Empfänger mit einem Bruttoverdienst zwischen 400 und 800 Euro sogar um 56 Prozent. Mit einer Zunahme um fast 40 Prozent sei auch die Zahl der Aufstocker mit mehr als 800 Euro Monatseinkommen stark angestiegen – und das alles trotz des Konjunkturaufschwungs des vergangenen Jahres und dem entsprechend zunehmenden Anwachsen des Arbeitskräftebedarfs. Wenn man über die Autobahn fährt, wenn man im Kaufhaus oder in Geschäften eine exakte Auskunft oder einen fachlichen Rat benötigt, wenn man mit Fachkollegen Gespräche über Auftragsvergaben führt - überall wird sichtbar: Es hapert an der Qualität, es hapert an Fachkompetenz, es hapert an ordnungsgemäßer Ausführung. Und alle betonen, der Umfang dieser ärgerlichen Missstände würde zunehmen. Zugleich beklagt der Einzelhandel ständig die Kaufzurückhaltung in Deutschland. Selbst wenn wir die typisch deutsche Meckerei mit einkalkulieren – ob es da wohl einen Zusammenhang gibt? Der Volksmund sagt ja nicht umsonst "Solange mein Chef so tut, als ob er mich ordentlich bezahlt, tue ich so, als ob ich ordentliche arbeite!"Dass es auch anders geht und wie die Zukunft aussehen sollte, beweist die Mittelstandsinitiative "Top Job".Sie zeichnet in einem bundesweiten, branchenübergreifenden Unternehmensvergleich die 100 besten Arbeitgeber im deutschen Mittelstand aus. Sinn und Zweck der Initiative ist die Überlegung, dass Mitarbeiter vor dem Hintergrund der weltweiten demografischen Entwicklung ein entscheidender Erfolgsfaktor sind. Deshalb müssen alle Register gezogen werden, um die besten Kräfte zu finden und zu binden.Eines dieser 100 Unternehmen ist unser Mitglied, die Wohnungsgesellschaft Erkner mbH. Insbesondere in der Kategorie Familien- und Sozialorientierung erzielte das Unternehmen Bestnoten. Die Familienförderung hat im Personalmanagement unseres Mitgliedes einen festen Platz. Das gilt sowohl für die Mieter als auch für die Mitarbeiter. Hier, wie bei allen anderen ausgezeichneten Unternehmen, wird sehr deutlich: Wer gut bezahlt wird arbeitet auch gut, engagiert sich, bringt Ideen ein, ist für sein Unternehmen da und – für unsere Branche besonders wichtig - er ist auch in der Lage, regelmäßig seine Miete zu bezahlen. Gute Beispiele gibt es also genug, aber: Gutes, Sinnvolles, Bewährtes setzt sich eben immer schwieriger durch. Als ob das noch nicht genug wäre, stößt es auch häufig genug auf Kleingeist. Beispiel gefällig? Die Märkische Oderzeitung berichtet am 11.07.2008 aus Erkner, dass die Verwunderung des Bürgermeisters, als er nach der Auszeichnung aus der Zeitung über das besondere soziale Engagement des städtischen Unternehmens erfuhr, groß gewesen sei. Und er bemängelte, dass die Vergünstigungen unangemessen seien – obwohl die zuständigen Wirtschaftsprüfer keine Beanstandungen gehabt hätten, wie er auch einräumte. Schade eigentlich! Andere Kommunen werben mit ihren Unternehmen, wenn sie Preise erhalten.