Das Projekt "Wohngemeinschaft für Ältere und vorwiegend Demenzkranke" der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft eG ist im März mit dem Qualitätssiegel "Gewohnt gut – Fit für die Zukunft" ausgezeichnet worden. Mit Barrierefreiheit und der 24-stündigen Präsenz eines ambulanten Pflegedienstes können sich Bewohner und Angehörige rundum sicher versorgt fühlen. "Dieser Aspekt ist für uns sehr wichtig", so Vorstandsvorsitzende Verena Rühr-Bach über die 2006 eingerichtete Wohnungsgemeinschaft.
Bei dem Projekt geht es eine Wohngemeinschaft für Ältere und vorwiegend Demenzkranke. In zwei Wohnungen mit acht bzw. neun Zimmern können die Bewohner so lange wie möglich im Rahmen ihrer Fähigkeiten ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen. Ermöglicht wird dies durch umfangreiche behindertengerechte Umbauten sowie eine 24stündige Betreuung.Staatssekretär und Landtagsabgeordnete vor OrtBei der Überreichung des Gütesiegels waren BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt, Rainer Bretschneider, Staatssekretär im brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung (MIR), Landtagsabgeordnete Helga Böhnisch sowie Eisenhüttenstadts Bürgermeister Rainer Werner anwesend.In seiner Laudatio hob Burkardt die Verdienste hervor, die die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft eG durch Projekte für altengerechtes Wohnen für Eisenhüttenstadt erworben habe: "Hier wird es Menschen ermöglicht, so lange wie möglich in ihrer angestammten Umgebung zu bleiben. Das ist gut für die Stadt, weil diese Bewohner so in ihrer Heimat leben können." Burkardt dankte auch dem MIR für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.Bretschneider hob in seiner Erwiderung hervor, dass beim Stadtumbau Ost gerade der Fortschritt in Detailfragen Hoffnung mache. Mit dem Gütesiegel "Gewohnt gut – Fit für die Zukunft" würden Maßstäbe gesetzt, die als Vorbild für ähnliche Projekte dienten."Dass Städte schrumpfen heißt nicht, dass sie ihren Einwohnern deshalb weniger Lebensqualität bieten", unterstrich Werner. Projekte wie das der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft eG machten deutlich, dass Stadtumbau Ost mehr sei als nur der Abriss dauerhaft nicht mehr benötigter Wohnungen.Ohne das Stadtumbau Ost-Programm hätte das Projekt nicht durchgeführt werden können, berichtete Rühr-Bach. "Wäre die Genossenschaft nicht bei ihren Altschulden entlastet worden, hätten wir keine ausreichenden Investitionsspielräume für die Umsetzung gehabt." So aber hätten die Projektkosten in Höhe von 360.000 Euro vollständig aus Eigenmitteln bestritten werden können.Vom Verwaltungs- zum WohnhausDie Wohngemeinschaft befindet sich in einem zweigeschossigen ehemaligen Verwaltungs- und Schulungshaus der Genossenschaft. In jeder der beiden Wohneinheiten mit acht bzw. neun Wohnungen bieten Küche und Wohnzimmer Raum für Begegnungen der Bewohner. Rühr-Bach: "Weil es eine Wohngemeinschaft für Senioren und Demenzkranke ist, war die Treppe zwischen den beiden Stockwerken ein Problem. Der Einbau eines Aufzuges hätte den Umbau zu teuer gemacht. Deshalb haben wir uns für einen Treppenlift entschieden:"Der Umbau im Innern des Gebäudes wurde begleitet von einer Neugestaltung der Außenbereiche. Durch Gartenanlagen mit Bänken und Spazierwegen sowie dem Anbau eines Balkons sorgte die Wohnungsbaugenossenschaft dafür, dass die Bewohner der Tunnelstraße jederzeit sicher Frischluft genießen können. Rühr-Bach: "Gerade für Senioren ist Bewegung an der frischen Luft sehr wichtig. Dabei ging es uns bei der Gestaltung darum, dass die Bewohner sich bei ihren Spaziergängen und Aufenthalten im Freien jederzeit sicher fühlen. Sie wissen, dass immer jemand vom ambulanten Pflegedienst in Rufnähe ist, wenn sie sich auf dem Gelände bewegen."Während die Wohnungsbaugenossenschaft durch den Umbau die räumlichen Voraussetzungen für die Senioren-Wohngemeinschaft geschaffen hat, sorgt ein ambulanter Pflegedienst für die Rundumbetreuung. "Die Bewohner der WG schließen Einzelverträge mit dem Pflegedienst ab", erläutert Rühr-Bach.Außerdem hätten sich die WG-Bewohner bzw. deren gesetzliche Vertreter vertraglich zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen. Diese diene dazu, das Miteinander in der Wohngemeinschaft zu gestalten und gemeinsame Interessen Dritten gegenüber zu vertreten. Rühr-Bach: "Die Gemeinschaft repräsentiert ein gemeinschaftliches Hausrecht und schützt die Verbraucherrechte ihrer Mitglieder." Grundlage dieser Organisation des Zusammenlebens sei der Leitfaden der ambulanten Betreuung der Brandenburger Alzheimer-Gesellschaft.