DIE KRISE GEMEINSCHAFTLICH BEWÄLTIGEN

PDF
Vor gut einem Jahr meldete die Marzahner Wohnungsbaugenossenschaft Eigentum 2000 Insolvenz an. Das junge Unternehmen mit 1.263 Wohnungen kam in Schwierigkeiten durch Sonderzahlungen an die Investitionsbank Berlin, die die Gründungsväter der Genossenschaft vereinbart hatten. "Die Mitglieder stehen weiter zu unserer Genossenschaft" so der Genossenschaftsvorstand Dr. Horst Riese in einer Pressemitteilung. Die Kündigungen seien in 2005 deutlich zurückgegangen, bei Bedarf zögen viele Mitglieder innerhalb des Genossenschaftsbestandes der um und blieben ihr damit erhalten. Der Leerstand, der 2002 bei Übernahme der Wohnungen von der Wohnungsbaugesellschaft Marzahn noch bei 39 Prozent betragen hatte, habe auf aktuell 7,9 Prozent gesenkt werden können. Bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Januar 2005 lag er bei 20 Prozent. Die Mieteinnahmen seien in 2005 um 14 Prozent gestiegen.Die guten Ergebnisse erreiche das Unternehmen durch die aktive Mithilfe seiner Mitglieder, die im Bekanntenkreis für die Genossenschaft werben, so Riese weiter. 213 Neumieter hätten in 2005 schriftlich erklärt, der Genossenschaft, die während des Insolvenzverfahrens keine Mitglieder aufnehmen darf, nach dessen Abschluss beitreten zu wollen.Die Genossenschaft habe ihren Wohnungsbestand komplett saniert, so Dr. Riese weiter. Alle Baurechnungen seien bezahlt worden, alle Mitarbeiter hätten im Unternehmen gehalten werden können. Das Unternehmen komme auch jetzt seinen Zahlungsverpflichtungen nach. Auch die Investitionsbank habe Geld erhalten, notwendig sei aber immer noch die Klärung der Kreditverbindlichkeiten. Die Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Rolf Rattunde funktioniere reibungslos. "Die Chancen stehen gut, dass die Genossenschaft bestehen bleibt," so dieser.