Die Wohnungsgenossenschaft Einheit eG Bernau schließt in diesen Tagen den ersten Bauabschnitt des Bernauer Ballonviertels an der Käthe-Paulus-Straße ab und übergibt ihn an die neuen Bewohnerinnen und Bewohner. Vier Häuser mit 32 Wohnungen, eine Tiefgarage und ein großer Spielplatz sind entstanden. Der zweite Bauabschnitt mit weiteren vier Häusern und einer Tiefgarage beginnt direkt im Anschluss. Insgesamt plant die Einheit an der Käthe-Paulus-Straße 13 Häuser mit je acht Wohnungen.
„Mit den neuen Genossenschaftswohnungen setzen wir ein Zeichen für Bauqualität und Wohnwert in Bernau. Und das zu fairen Mieten“, sagte Einheit-Vorstand Oliver Mayrdorfer zur Eröffnung des neuen Quartiers im Bernauer Norden. Er bedankte sich bei den Stadtverordneten, die das Viertel per Satzungsbeschluss möglich gemacht und sich für den Straßennamen Käthe-Paulus-Straße entschieden haben. „Käthe Paulus war eine außergewöhnliche Pionierin, die lange Zeit ganz in der Nähe in Berlin Reinickendorf gelebt hat“, so Oliver Mayrdorfer.
Vielfältiges Wohnungsangebot
Pro Haus vermietet die Wohnungsgenossenschaft drei Vierraum-Wohnungen, drei Dreiraum- Wohnungen und zwei Zweiraum-Wohnungen zwischen 51 und 97 Quadratmetern. Sie sind auf das Erdgeschoss und zwei Obergeschosse verteilt. Die Vierraum-Wohnungen und die Dreiraum- Maisonette-Wohnungen sind mit zwei Bädern ausgestattet. Alle Wohnungen im Obergeschoss haben einen Balkon. Zu den Wohnungen im Erdgeschoss gehört jeweils ein Mietergarten mit Terrasse. Alle Wohnungen haben einen offenen Wohn- und Küchenbereich. Zu jeder Wohnung gehört ein Stellplatz in der Tiefgarage oder im Außenbereich. In den vier fertig gestellten Häusern sind bereits alle Wohnungen vermietet.
Namensgeberin Käthe Paulus
Die Einheit hat sich intensiv mit der Geschichte von Käthe Paulus auseinandergesetzt und daraus den Quartiersnamen Ballonviertel abgeleitet. An vielen Stellen im Viertel und in einer Broschüre lässt die Genossenschaft Käthe Paulus hochleben. Sie war die erste deutsche Luftschifferin und zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Miss Polly europaweit berühmt. Bis zu 20.000 Zuschauer jubelten ihr zu, wenn sie mit ihrem Heißluftballon aufstieg, aus großer Höhe absprang und mit einem Fallschirm zu Boden schwebte. Zur Luftschifffahrt kam die gelernte Schneiderin über ihren Mann Hermann Lattemann, den sie zunächst in seiner Werkstatt unterstützte. 1893 trat sie erstmals gemeinsam mit ihm auf. Wenig später verunglückte ihr Mann bei einem gemeinsamen Sprung tödlich, weil sich sein Fallschirm nicht korrekt öffnete.
Dieses Unglück trieb sie an, die Fallschirm-Technik zu verbessern. Sie entwickelte den Paketfallschirm, der bis heute das Fallschirmspringen bestimmt. 1914 beendete sie ihre Luftschifferinnen-Karriere und übergab ihre Erkenntnisse an das Militär. Während des ersten Weltkrieges erhielt sie einen Auftrag über 7.000 Fallschirme, die sie für die Ballonaufklärer produzieren sollte. In Berlin Reinickendorf beschäftigte sie dafür 30 Näherinnen. Um sicher zu gehen, dass jeder Fallschirm von höchster Qualität ist, schnitt sie jeden selbst zu. Das Gütesiegel K.P. auf jedem Ballon bestätigte den hohen Standard.
Vielen Ballonaufklärern rettete sie mit dem Paketfallschirm das Leben.
Ehrwürdige Einheit mit zeitgemäßer Gestalt
Mit dem Ballonviertel verjüngt die Einheit ihre Produktpalette. Diesen Schritt hat sie zum Anlass genommen, auch die Gestalt der Wohnungsgenossenschaft zu verändern. Sie gibt sich ein neues Corporate Design mit neuem Logo und neuer Webseite. „Trotz unserer fast 120 Jahre wollen und müssen wir natürlich mit der Zeit geh’n“, so Oliver Mayrdorfer. „Genossenschaften stehen für Fairness und gemeinsames Gestalten. Beides passt als Gegenmodell zu Gewinnmaximierung und Immobilienspekulation absolut in unsere Zeit. Und deshalb wollen wir uns auch über unsere Gestalt ganz deutlich im Markt positionieren.“
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