Das Wohnen ist, neben notwendiger Nahrung und Kleidung, unbestritten eines der elementarsten Bedürfnisse der menschlichen Existenz. Wir sprechen beim Wohnraum von unserer "dritten Haut" und sagen damit schon, wie nahe uns dieses Bedürfnis ist. Die Erfüllung dieses Bedürfnisses bleibt jedoch weltweit 1,1 Milliarden Menschen versagt. Sie sind obdachlos oder wohnen unter unmenschlichen Wohnbedingungen. Die häufigsten Gründe sind ihre Armut, ihre Vertreibung, ihre Ausgrenzung und das Versagen von Siedlungsrechten. Eine solche Situation findet sich fast allen Entwicklungsländern, aber nicht nur dort. Auch die wirtschaftlich erfolgreichen Länder haben Randgruppen in Problemsituationen.
Der BBU und seine Mitgliedsunternehmen haben sich in den vergangenen Jahre wiederholt für die DESWOS engagiert und möchte an dieser Stelle erneut für eine positive und bereits 40 Jahre alte Idee werben, die heute notwendiger denn je ist. Die Idee heißt DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. mit Sitz in Köln, die sich der Solidarität und Gegenseitigkeitshilfe zum menschenwürdigen Wohnen auf der Basis genossenschaftlicher Werte verpflichtet hat. Seit 1969 verwirklicht die DESWOS gemeinsam mit Partnern in Entwicklungsländern Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. In den Projekten werden in organisierter Selbsthilfe schlichter, aber sicherer Wohnraum gebaut, einfache Infrastrukturen mit Wasserversorgung, Drainagen und Wegenetzen geschaffen, neue Einkommensquellen für Familien erschlossen und Grundbildung wie auch berufliche Bildung vermittelt. Die DESWOS wird für diese Arbeit von Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften und ihren Verbänden sowie durch engagierte Einzelpersonen und Unternehmen mit Nähe zur Wohnungswirtschaft durch Mitgliedschaften und Spenden getragen. DESWOS vor Ort in Indien: Lehmbauprojekt für 40 Familien in den Nilgiris-Bergen in SüdindienDie Projekte der DESWOS finden sich oft in entlegenen Gegenden dieser Welt. Das hat mit der Konzentration der Arbeit auf besonders bedürftige Zielgruppen zu tun. Die DESWOS wird durch ihre Partnerorganisationen in den Entwicklungsländern auf Menschen in Wohnungsnot hingewiesen. Sie übernehmen auch die nötige Betreuungsarbeit und die technische Abwicklung. Es waren die Engländer, die in der kolonialen Eroberung Indiens die über 2000 Meter hohen Nilgiris-Berge für sich entdeckten. Sie liebten das moderate Klima in dieser Höhe, wenn die Ebene in der Sommerhitze glühte und für Europäer unerträglich wurde. Sie erschlossen die Region für den Teeanbau und brachten eine Zahnradbahn auf diese Höhe. Schon damals wurden die entlegenen Bergregionen ein Rückzugsgebiet für die Adivasi ("Ureinwohner"). Die DESWOS kümmert sich heute um die Nachfahren. Sie betreut mit der Partnerorganisation Centre for Tribals and Rural Development Trust (CTRD) 162 Familien mit über 800 Familienmitgliedern der marginalisierten Paniya-Stämme in der entlegenen Bergregion des Gudalur Talukas westlich von Udagamandalam (Ooty). Die Paniya sind besonders rückständig und hilfsbedürftig, haben aber eine eigenständige Kultur, die durch sensible Hilfestellung erhalten bleiben soll. Etwa zwei Drittel der Zielgruppe bestellen eigenen kleinen Landbesitz, das restliche Drittel muss sein Auskommen als Tagelöhner auf den Plantagen fremder Landbesitzer finden. Die Familien aus mehreren Dörfern sind dabei, in Selbsthilfe durch eine modernisierte Erdblock-Bauweise dauerhafte Häuser errichten, die auch den heftigen Monsunregen der Region standhalten. Weiterhin wird in drei Dörfern jeweils ein Gemeinschaftshaus errichtet, in dem sowohl Versammlungen abgehalten als auch tagsüber Kindergärten betrieben werden.Bei den Baumaßnahmen wird eine informelle Ausbildung durch qualifiziertes Fachpersonal angeboten. Es sollen die Selbstbaufertigkeiten und Fachkenntnisse für Maurer- und Zimmerer vermittelt werden. Einkommen schaffende Maßnahmen, hauptsächlich im Bereich einer kleinen Garten-, Land- und Viehwirtschaft, sollen den Familien auf Dauer helfen, in ihren kleinen Siedlungen attraktive Lebensbedingungen zu schaffen und die Abwanderung in die Städte zu vermeiden. Wenn Sie die Arbeit der DESWOS unterstützen wollen:DESWOS e.V.Stichwort: Lehmbau NilgirisKonto-Nr. 660 222 1Sparkasse KölnBonn - BLZ 370 501 98DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V.Innere Kanalstr. 6950823 KölnTel. : 0221 57 989 60Mobil: 0172 215 83 06 Fax: 0221 57 989 99 E-Mail: werner.wilkens@deswos.de Website: www.deswos.de
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