Die Konjunktur in Deutschland ist im Sommer weiterhin solide aufwärtsgerichtet. Vor allem im Bereich der Dienstleistungen wird die wirtschaftliche Leistung kontinuierlich ausgeweitet. In der Industrie entwickelt sich die Produktion trotz einer Abschwächung im Juni in der Tendenz moderat positiv. Allerdings war die Produktion im Baugewerbe im zweiten Quartal rückläufig. Eine verlässliche konjunkturelle Stütze bleibt auf der binnenwirtschaftlichen Seite der private Konsum. Der solide Arbeitsmarkt und die gute reale Einkommensentwicklung sorgen für ein freundliches Konsumumfeld. Die Investitionstätigkeit im Inland dürfte hingegen den Indikatoren zufolge eher zurückhaltend gewesen sein. Gestützt durch die moderate Erholung im Euroraum und die hohe preisliche Wettbewerbsfähigkeit wurden im zweiten Quartal die Ausfuhren stärker ausgeweitet als die Einfuhren. Unter dem Strich dürfte die gesamtwirtschaftliche Leistung im Frühjahr daher erneut spürbar zugenommen haben.
Steigende Ausfuhren
Die Stimmung in den Unternehmen ist weiterhin gut und stabil. Unsicherheitsfaktoren wie etwa der Fortgang der griechischen Krise oder die Volatilität des chinesischen Aktienmarkts haben keinen Stimmungsumschwung ausgelöst. Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft erscheint im Sommer gefestigt. Die deutschen Unternehmen haben ihre Warenausfuhren im zweiten Quartal kräftig ausgeweitet. Im Vergleich zum Vorquartal sind die nominalen Ausfuhren um 3,6 Prozent gestiegen. Die Ausfuhrpreise sind zuletzt nach einem kräftigen Anstieg seit Beginn des Jahres weitgehend unverändert, sodass sich auch preisbereinigt ein deutlicher Zuwachs der Warenausfuhren ergeben dürfte. Die nominalen Wareneinfuhren sind im zweiten Quartal ebenfalls höher ausgefallen als im Vorquartal, wenn auch mit 1,6 Prozent weniger stark als die Ausfuhren. Die Einfuhrpreise waren zuletzt rückläufig. Im zweiten Quartal dürften vom Außenhandel positive Impulse für das Wirtschaftswachstum ausgegangen sein.
In der Industrie setzen sich die moderat positiven konjunkturellen Tendenzen fort. Im Juni ging die Industrieproduktion zwar recht deutlich um 1,3 Prozent zurück. Hierzu trugen aber auch Brückentagseffekte bei. Aufgrund der Zuwächse in den beiden Vormonaten ergab sich für das Gesamtquartal im Durchschnitt noch ein leichtes Produktionsplus von 0,2 Prozent. Die Dynamik fiel somit ähnlich stark aus wie im ersten Quartal. Der private Konsum dürfte auch im zweiten Quartal die Konjunktur gestützt haben. Allerdings konnte die kräftige Dynamik im Einzelhandel nicht beibehalten werden. Nachdem im Mai mengenmäßig der höchste Umsatz seit Beginn der Statistik erzielt wurde, gingen die Erlöse im Juni um 2,3 Prozent zurück.
Robuster Arbeitsmarkt
Die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich mit gebremster Dynamik fort. Im Vormonatsvergleich erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Juni saisonbereinigt um 10.000 Personen. Gegenüber dem Vorjahr stieg ihre Zahl im Inland um 157.000 Personen (Ursprungszahl) auf knapp 43,0 Millionen Personen. Der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung hält an, sie nahm im Mai saisonbereinigt um 22.000 Personen zu. Dennoch stieg die registrierte Arbeitslosigkeit im Juli gegen ihren bisherigen Trend saisonbereinigt um 9.000 Personen. Nach Ursprungszahlen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit etwas mehr als saisonüblich auf 2,773 Millionen Personen. Der Vorjahresstand wurde dagegen merklich um 99.000 Personen unterschritten. Insgesamt deuten die Indikatoren für den Arbeitsmarkt auf eine Fortsetzung der positiven Tendenzen mit verlangsamtem Tempo hin.
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