Eine positive Bilanz des Stadtumbaus zog Infrastrukturminister Reinhold Dellmann am 30. März. Der Leerstand in den Stadtumbaustädten sei gegenüber dem Vorjahr von 14,5 auf 11,9 Prozent gesunken. Statt der bisher geplanten 55.000 Wohnungen können bis 2013 insgesamt sogar 62.000 Wohnungen abgerissen werden. Vom Bund forderte Dellmann die Fortsetzung des Stadtumbau Ost.
"Trotz des erfolgreichen Stadtumbaus in Brandenburg muss das Programm weitergehen. Bis 2016 haben wir einen weiteren Abrissbedarf von rund 35.000 Wohnungen. Der Bund hat zugesagt, den Stadtumbau weiter zu fördern, jetzt brauchen wir schnell Klarheit über das Programmvolumen.", sagte Dellmann bei der Vorstellung der Bilanz in Potsdam.Mit Stand Februar 2009 waren in den rund 30 Stadtumbaustädten 47.000 Wohnungen vom Markt genommen worden. Das gesamte Stadtumbauprogramm Brandenburgs umfasst bisher bis 2013 rund 413 Millionen Euro aus Mitteln von Bund, Land und Kommunen, die jeweils etwa zur Hälfte für Abriss und Aufwertung eingesetzt werden.Das Land Brandenburg trägt mit den geplanten und nunmehr fast vollständig bewilligten Mitteln von fast 200 Millionen Euro für den Rückbau von 62.000 Wohnungen zur Stabilisierung der lokalen Wohnungsmärkte und vor allem der wirtschaftlich gefährdeten Wohnungsunternehmen bei. Das sind 7.000 Wohnungen mehr als ursprünglich geplant.Der Rückbau erfolgt von außen nach innen: 58 Prozent der abgerissenen Wohnungen lagen in Stadtrandlage, lediglich neun Prozent in den Innenstädten. Der Schwerpunkt der Abrisse erfolgte mit 86 Prozent in Neubaugebieten in Plattenbauweise, nur zwei Prozent waren abgängige Gebäude in den Altstädten und nur vier Prozent in Gründerzeitquartieren.Dellmann: "Die Konzentration auf ausgewählte Stadtumbaustädte hat sich als richtig erwiesen. Wir konnten die Mittel zielgenau einsetzen und die Städte haben im Mix von Aufwertung und Abriss in den meisten Fällen das Optimum dessen erreicht, was machbar war."Auch der Programmteil Aufwertung sei nicht zu kurz gekommen, betonte Dellmann. Mit fast 200 Millionen Euro wurden die vom Abriss betroffen Stadtteile stabilisiert. Flankiert von den weiteren Förderprogrammen der Stadtentwicklung und Wohnraumförderung konnten die Wohnungsmärkte entlastet und die betroffenen Stadtviertel lebenswert erhalten werden. Zum Beispiel wurden landesweit 5.000 Wohnungen durch den nachträglichen Einbau von Aufzügen senioren- und familienfreundlicher gemacht. 700 Wohnungen wurden in den Innenstädten zur Eigentumsbildung gefördert. Stand Rückbau in Brandenburg per 28.02.2009 Stadt / Gemeinde Rückbau von WE Stadt / Gemeinde Rückbau von WE Angermünde 298 Lauchhammer 1.166 Beeskow 152 Lübbenau/Spreewald 1.042 Brandenburg a. d. H. 2.728 Luckenwalde 908 Calau 208 Neustadt 88 Cottbus 8.365 Premnitz 492 Dahme 109 Prenzlau 529 Eberswalde 1.727 Rathenow 1.749 Eisenhüttenstadt 3.671 Schipkau 643 Finsterwalde 107 Schwedt/Oder 5.601 Forst (Lausitz) 1.053 Senftenberg 1.939 Frankfurt (Oder) 6.609 Spremberg 1.085 Fürstenwalde 114 Velten 330 Großräschen 1.226 Vetschau/Spreewald 327 Guben 2.241 Wittenberge 1.227 Jänschwalde 412 Wittstock/Dosse 508 Kyritz 124 Summe 46.778